Brandrede in der Halbzeit

Der Leitwolf in München ist der wütende Uli Hoeneß

Am 19. Mai 2012 steigt das Finale in der Champions League in München. Präsident Uli Hoeneß will mit den Bayern dabei sein und macht Druck – mit Erfolg.

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Zu viel Geduld ist nicht gut. Nach den enttäuschenden Leistungen des FC Bayern München in den ersten Bundesligaspielen hatte Kapitän Philipp Lahm gesagt, es brauche Zeit, bis die neue Mannschaft so spielt wie Trainer Jupp Heynckes es sich wünscht.

Präsident Uli Hoeneß hatte in der Qualifikation zur Champions League keine Geduld mehr – und zeigte der Mannschaft im Hinspiel gegen den FC Zürich (2:0) seinen Zorn. Das war gut. Er wollte mehr sehen, dass machte er in der Halbzeitpause deutlich; ob vor oder in der Kabine, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Ist aber auch nicht so wichtig.

Entscheidend ist, dass die Klubführung Druck auf die Spieler macht. Zu Recht. Auch dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge war die halbe Stunde zwischen Führungstor und Seitenwechsel zu halbherzig. Als die Mannschaft 1:0 führte, spielte sie nicht mehr so mutig wie in der Anfangsphase und legte nicht nach.

Die Bayern haben sich in der Offensive im Vergleich zu den Vorwochen verbessert. Aber sie müssen noch viel besser werden . Vor allem Arjen Robben, Franck Ribery und Mario Gomez. Nur noch vier Wochen bis zum Start der Gruppenphase in der Champions League.

Jede Partie bis dahin ist für die Bayern eine Chance, sich auf große Gegner wie den FC Barcelona, Real Madrid oder Manchester United vorzubereiten. Hoeneß' Ziel ist es, im Finale am 19. Mai in der eigenen Arena in München dabei zu sein.

Es ist völlig verständlich, dass er dafür von den Spielern Hingabe fordert. Der Klub ist sein Lebenswerk, viele der Profis haben ihm den ersten großen Vertrag ihrer Karriere zu verdanken. Hoeneß etwas zurückzugeben – das muss zusätzliche Motivation sein.

In der zweiten Halbzeit haben sie gezeigt, wie offensiv sie spielen können. Der FC Bayern ist auf dem richtigen Weg, dank Hoeneß.