Tennis

Kohlschreiber und Petkovic in Cincinnati weiter

Nur zwei deutsche Profis haben die erste Hürde beim Hartplatz-Turnier in Cincinnati genommen: Dabei machten es beide äußerst spannend.

Andrea Petkovic und Philipp Kohlschreiber machten es bei ihren Auftaktsiegen in Cincinnati äußerst spannend, Tommy Haas scheiterte dagegen erneut in Runde eins. Zwölf Tage vor den US Open hätte die Stimmungslage bei den deutschen Tennis-Assen unterschiedlicher kaum sein können. Kohlschreiber brachte bei seinem überraschenden 6:7 (5:7), 7:5, 6:1 gegen Andy Roddick den ehemaligen Weltranglisten-Ersten am Montagabend (Ortszeit) so in Rage, dass der nach einem Ausraster einen Punktabzug kassierte und kurz vor der Disqualifikation stand. „Petko“ verhinderte durch das 5:7, 7:6 (7:5), 6:2 gegen Jarmila Gajdosowa (Australien) ein Debakel der deutschen Damen – und Haas, nur noch die Nummer 503 der Welt, schied durch 7:6 (7:5), 4:6, 3:6 gegen Juan Monaco (Argentinien) bereits zum sechsten Mal seit seinem Comeback gleich in der erste Runde aus.

Auch die ambitionierten Sabine Lisicki (4:6, 6:7 gegen Shahar Peer/Israel) und Julia Görges (2:6, 6:1, 4:6 gegen Zheng Jie/China) mussten durch ihre Erstrundenpleiten beim wichtigen Härtestest vor dem letzten Grand Slam-Turnier empfindliche Rückschläge hinnehmen. Umso erfreulicher aus deutscher Sicht war Kohlschreibers Coup bei seiner Spätschicht gegen den völlig frustrierten Roddick.

„Ich habe Mitte des zweiten Satzes endlich angefangen, seinen Service besser zu lesen. Das war der Schlüssel zum Sieg“, freute sich der Augsburger. Die Entscheidung auf dem Centre Court fiel zu Beginn des dritten Satzes bei einer 1:0-Führung für den Deutschen. Nach einem Doppelfehler zum 30:40 drosch der zuvor bereits verwarnte Roddick den Ball wütend auf die Tribüne und bekam somit vom Referee einen Strafpunkt, was gleichbedeutend mit einem Break zum 0:2 war.

„Ich dachte nur: Hoffentlich spielt er jetzt nicht sein bestes Tennis, weil er so wütend ist und jeden Ball mit voller Kraft schlagen will“, meinte Kohlschreiber. Die Sorge war unbegründet. Roddick verlor total seine Linie, fluchte, schrie, zertrümmerte seinen Schläger und war hinterher total ernüchtert. Die Niederlage sei schmerzhaft, „weil ich den Ball zwei Sätze lang gut überlegt getroffen habe“, sagte der Weltranglisten-15., 2003 und 2006 sogar Turniersieger in Cincinnati. Nach seinem zweiten Sieg gegen Roddick hat Kohlschreiber im Zweitrunden-Match gegen Feliciano Lopez die Chance, auch seine Bilanz (0:3) gegen den Spanier aufzupolieren.

Auch Andrea Petkovic konnte ihrem Marathon-Match über 2:52 Stunden gegen die starke Weltranglisten-30. Gajdosowa letztlich noch etwas Gutes abgewinnen. „Es war definitiv ein Krimi. Ich bin froh, dass ich das gedreht habe. Solche Partien machen einen immer stärker, als wenn man gut spielt – dann ist es immer einfach zu gewinnen“, betonte Deutschlands Nummer eins.

Zwischenzeitlich sei bei ihr das Gefühl stärker geworden, keine Energie mehr zu haben. „Mein Coach musste dann kommen und mir ein bisschen in den Hintern treten.“ Bei der nächsten Partie der Darmstädterin gegen die Schwedin Sofia Arvidsson wird Trainer Petar Popovic wieder nah am Spielfeld sitzen – für den Fall der Fälle.