Schalker Star

Raul und die Posse um den finnischen Kunstrasen

Im Qualifikationsspiel in Helsinki verzichtet Schalke auf den Einsatz seines Torjägers. Die Begründung dafür klingt allerdings reichlich fadenscheinig.

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Bei Schalke 04 herrscht trügerische Ruhe – dabei tickt in Wahrheit wegen der ungeklärten Zukunft von Publikumsliebling Raul eine Zeitbombe. Der offenbar wechselwillige spanische Superstar fehlte überraschend am Mittwochvormittag am Flughafen Münster/Osnabrück, von wo aus der Schalke-Tross Richtung Helsinki zum Play-off-Hinspiel zur Europa League startete.

Nach offiziellen Angaben sollte der 34-Jährige geschont werden, ihm ein Auftritt beim finnischen Meister HJK Helsinki auf Kunstrasen am Donnerstag (18.30 Uhr/Sport1) nicht zugemutet werden. Dadurch, dass Raul in Deutschland blieb, verdichten sich aber die Gerüchte, dass der Stürmer trotz seines bis 2012 laufenden Vertrages bei den Königsblauen noch vor Ende der Transferperiode am 31. August Schalke verlässt.

Bei einem Einsatz in Helsinki hätte der 102-malige spanische Nationalspieler in der Europa League oder der Champions League für keinen anderen Klub mehr in dieser Saison spielen dürfen. Schalke dementierte allerdings, dass der Verzicht auf Raul etwas mit einem bevorstehenden Transfer zu tun habe.

Schalke-Manager Horst Held war zwar nach außen um Ruhe bemüht, das Thema Raul überschattete aber mehr als den Schalker Verantwortlichen lieb war die Vorbereitung auf das wichtige Play-off-Hinspiel. Zwar hatte der spanische Superstar am Vorabend den Blackburn Rovers aus der englischen Premier League eine Absage erteilt und den Vereinsverantwortlichen mitgeteilt, dass er bei Schalke bleiben möchte. Aber Held traut offensichtlich dem Braten nicht.

“Ich weiß nicht, was bis zum Ende der Transferperiode am 31. August passiert. Sagt uns Raul, dass er wechseln will, müssen wir uns damit beschäftigen", sagte der frühere Profi gegenüber "Bild". Seit einiger Zeit halten sich Spekulationen, dass der Publikumsliebling mit seiner neuen Rolle unter Trainer Ralf Rangnick nicht mehr zufrieden ist. Dass der Routinier einen Platz im Mannschaftsrat ablehnte, gilt als ein Indiz für seine Wechselabsichten.

Zuletzt war auch der FC Malaga als möglicher neuer Arbeitgeber des früherem spanischen Nationalspielers genannt worden, nachdem dieser in den Niederlanden eine Nacht im Trainingslager der Spanier verbracht hatte – angeblich, um alte Bekannte zu treffen. Rauls Vertrag auf Schalke läuft noch bis 2012, doch dass er solange in Gelsenkirchen bleibt, wird immer unwahrscheinlicher, auch wenn Held versichert: “Sowohl unser Trainer Ralf Rangnick als auch mein Vorstandskollege Peter Peters und ich haben immer betont, dass wir ihn nicht abgeben möchten."