"Auszeit"

Wir fordern den Friedensnobelpreis für Sepp Blatter

Sepp Blatter will rigoros gegen Korruption im Fußball-Weltverband Fifa vorgehen. Das ist so, als würde die UN sich in Friedensfragen von al-Qaida beraten lassen.

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Sepp Blatter braucht Hilfe. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, schon immer bekannt für sein rigoroses Vorgehen gegen Bestechung und Vetternwirtschaft, hat Transparency International darum gebeten, seine Organisation zu unterstützen: Die Fifa-Familie soll sauber werden, für Papa Sepp eine Herzensangelegenheit.

Nun hat die globale Antikorruptionsbehörde ihre Vorschläge geliefert: „Stärkung der Integrität und Transparenz bei der Fifa“ heißt das achtseitige Papier. Zukünftig sollten bei der Vergabe von Weltmeisterschaften, dem Abschluss von Fernseh- und Sponsorenverträgen oder auch beim Ticketverkauf vor großen Turnieren unabhängige, externe Experten mitentscheiden. Außerdem dürften Führungspersonen nur noch maximal zwei Amtszeiten amtieren, und die Einkünfte der Fifa-Granden müssten offengelegt werden.

Blatter macht aus der Welt einen lebenswerteren Ort

Ein Klacks für den Sepp. Blatter macht aus der Welt einen lebenswerteren Ort – und alle folgen dem Dalai Lama aus Zürich: Philip Morris und Reemtsma fragen bei der Weltgesundheitsorganisation nach, wie sie den Leuten das Rauchen ausreden können. Shell und BP holen sich Rat bei Greenpeace, wie die Weltmeere von diesem ganzen Öl-Schlamm-Dreck befreit werden können. Die Vereinten Nationen lassen sich in Weltfriedensfragen von den Experten der al-Qaida beraten. Und Porsche, BMW, Mercedes und Audi bitten die Verkehrswacht darum, ihnen bei der Durchsetzung von Tempolimits auf Autobahnen zu helfen.

Das Leben wird bunter, sicherer und schöner – Joseph Blatter sei Dank. Langsam wird es Zeit, dem großen Vordenker auch mal einen Gefallen zu tun. Wir sollten ihm seinen größten Wunsch erfüllen: den Friedensnobelpreis.