Beachvolleyball

Berliner Duo strebt an die Weltspitze

Der Berliner Beachvolleyballer Kay Matysik und sein Partner Jonathan Erdmann aus Potsdam sind überraschend Vize-Europameister geworden. Neben den Medaillen freut sich das Duo besonders über das Preisgeld, denn das ist dringend notwendig für den Weg an die Weltspitze.

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Am Tag danach hatte Kay Matysik seinen Humor längst wiedergefunden. „Jedenfalls können wir uns jetzt holländischer Meister nennen“, sagte der Beachvolleyballprofi aus Berlin, der mit seinem Partner Jonathan Erdmann aus Potsdam bei der EM in Kristiansand/Norwegen die Silbermedaille gewonnen hatte. Im Finale waren die Ex-Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann beim 25:23, 21:19 noch eine Nuance stärker. Aber in den Runden zuvor hatten Matysik/Erdmann nacheinander drei holländische Duos entzaubert, darunter die Titelverteidiger Nummerdor/Schuil. „Für mich war das ein Super-Erlebnis“, freute sich Erdmann, „und das gleich bei meiner ersten EM.“

Es ging aber nicht nur um den sportlichen Erfolg. In der Weltrangliste kletterten der 23-jährige Erdmann und der acht Jahre ältere Matysik auf Rang zehn und sammelten zugleich wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation. Kommendes Jahr in London wollen sie unbedingt dabei sein. Und schließlich brachte Platz zwei 15.000 Euro in die Kasse; eine ähnliche Summe hatten sie vor vier Wochen beim Grand-Slam-Turnier in Polen verdient. Preisgelder, die ihnen gerade in der vorolympischen Saison sehr gut tun.

Nebenjob Sponsoren-Aquise

Denn das ist ihr zeitaufwendiger Nebenjob in der beachvolleyball-freien Zeit: günstige Reisen für das nächste Jahr buchen und Sponsoren suchen. Im vergangenen Winter wurden sie bei 250 Firmen vorstellig – nicht mal eine Handvoll blieb am Ende dabei, zum Beispiel die Berlin-Tourismuswerber Visit Berlin. „Die Finanzierung“, sagt Matysik, „läuft gerade sehr gut.“ 50.000 Euro beträgt das Budget pro Jahr für Reisen und Trainer – und es muss im Voraus gestemmt werden.

Klagen ist den beiden dennoch fremd. „Wer gut spielt, verdient gut“, sagt Erdmann, „wer sehr gut gespielt, verdient sehr gut.“ Noch reicht es nicht, Geld beiseite zu legen, aber sie wähnen sich auf gutem Weg. Auch Sponsoren finden sich bestimmt leichter mit einer EM-Medaille als Empfehlung. Deshalb sagt Matysik: „Wir haben uns Silber verdient und nicht Gold verloren.“ Die Weltranglistendritten Brink/Reckermann sind eben noch ein bisschen besser. Die Betonung liegt auf „noch“. Denn, wie Erdmann klarstellt: „Im Finale fehlten nur vier Punkte.“