Kolumne "Abschlag"

Eine Grasallergie vermiest Cejka die Golfsaison

| Lesedauer: 3 Minuten
Adrian Grosser

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Nur noch drei Monate bleiben Cejka, um sich die volle Spielberechtigung für die US-Tour zu sichern. Ausgerechnet jetzt macht ihm eine Allergie zu schaffen.

Alex Cejka ist in dieser Saison wahrlich nicht zu beneiden. Nicht nur, dass er in seinem 22. Profijahr noch immer auf einen Turniersieg auf der US PGA-Tour warten muss. Zu allem Überfluss hindert die eigene Gesundheit den 40-Jährigen in dieser Saison daran, diesen Makel endlich zu beheben. Ein Auszug aus seiner Krankenakte: Gebrochener kleiner Zeh, eingeklemmter Nerv im Nacken und eine hartnäckige Grasallergie, an der er seit 2010 leidet.

Nun gut, sagen Sie, die Sache mit dem Zeh hat er sich selbst zuzuschreiben. Stimmt! Ende April beim Turnier in New Orleans trat er mit seinem rechten Fuß aus Wut gegen den Putter. Dabei brach der Zeh, selbst Schuld. Aber bei der Nackenverletzung, wegen der er ja schon operiert wurden und der Grasallergie liegen die Dinge anders. „Es geht mir nicht besonders gut. Das ist gesundheitlich das schlechteste Jahr in meinem Leben“, klagte Cejak noch im Juni.

Besonders die Grasallergie macht dem gebürtigen Tschechen zunehmend Probleme. Die Greenbrier Classic in dieser Woche sind nun schon das dritte Turnier in der Saison, das er aus genau diesem Grund absagen muss. Allergische Reaktionen von starkem Juckreiz, Hautausschlag, tränende Augen über Niesattacken bis hin zur Atemnot können bei den Betroffenen auftreten, wenn sie in Berührung mit Gras kommen. Dies ist vor allem bei Athleten problematisch, die ihren Sport und damit ihren Beruf auf Grasflächen ausüben. So wie Golfer Cejka.

Die Liste der Allergiker ist lang

Prominente Leidensgenossen gibt es genug. Der Engländer Ian Poulter, Golf-Kollege von Cejka, leidet ebenfalls unter der Allergie; kürzlich musste er ein Turnier sogar mittendrin abbrechen, weil die Reaktionen ein Weiterspielen unmöglich machten. Auch unser neuer Tennis-Liebling Sabine Lisicki leidet an einer Grasallergie, was ihre Halbfinal-Teilnahme auf dem Rasen von Wimbledon nur noch bemerkenswerter macht.

Oder nehmen wir den italienischer Star-Stürmer Mario Balotelli vom englischen Fußball-Klub Manchester City. Der kann nur auflaufen, wenn er zuvor Kortison gespritzt bekommen hat.

Homöopahie statt Kortison

Auch Cejka hat es mit Kortison probiert – allerdings wenig erfolgreich. Auf Anraten von Spezialisten greift er nun auf alternative Heilmethoden wie homöopathische Salben zurück. Wie die meisten Allergien wird auch die Allergie gegen Gras durch eine Überempfindlichkeit des Immunsystems verursacht. Ärzte legten Cejka daher eine Ernährungsumstellung und eine längere Regenerationsphase des Körpers ans Herz.

Doch die Zeit ist knapp. Nur noch drei Monate bleiben ihm, um von Platz 144 der Geldrangliste noch unter die besten 125 emporzuklettern und somit die volle Spielberechtigung für die US Tour 2012 zu erhalten. Wann Cejka wieder in der Lage ist, Turniere zu spielen, ließ sein Manager Richard Rayment vorerst offen. Bleibt nur, Alex baldige und vor allem volle Genesung zu wünschen.