Triathlon

Böcherer wird Ironman-Europameister

Der Freiburger Triathlet Andreas Böcherer und die Schweizerin Karin Thürig haben sich in Wiesbaden die Ironman-Europameisterschaft über die Halbdistanz 70.3 gesichert. In Abwesenheit des verletzten Doppel-Weltmeisters Michael Raelert feierte der 28-jährige Böcherer nach 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen in 4:08:36 Stunden einen überlegenen Sieg. Thürig dominierte vor allem auf der Radstrecke. Im Ziel hatte die Schweizerin in 4:45:47 Stunden mehr als fünf Minuten Vorsprung auf die österreichische Verfolgerin Eva Wutti (4:50:54).

Böcherer war nach seinem bisher größten Erfolg gezeichnet. Die letzten Meter legte er gehend zurück und genoss den Jubel der Zuschauer. Der Freiburger hatte genügend Vorsprung vor den beiden Tschechen Filip Ospaly (4:10:19) und Martin Krnavek (4:15:02). „Das Laufen hat heute nicht immer Spaß gemacht, aber nach diesem Sieg vergesse ich die Schmerzen sicher bald“, sagte Böcherer.

Der 28-Jährige war nach dem Schwimmen im Raunheimer Waldsee als Dritter auf die mit 1450 Höhenmetern gespickte regennasse Radstrecke durch den Taunus gegangen. Während Böcherer den steilen Anstieg zur Wiesbadener Platte nutzte, um sich abzusetzen, gab der mit hohen Ambitionen gestartete Vize-Europameister Sebastian Kienle (Karlsruhe) nach insgesamt drei Stürzen auf.

Bei den Frauen waren die Abstände schon nach dem Schwimmen beträchtlich. Die niederländische Titelverteidigerin Yvonne van Vlerken, die nach dem Zieleinlauf und Rang vier medizinisch versorgt werden musste, wechselte mit fast vier Minuten Rückstand auf’s Rad, die Siegerin Thüring lag da noch 6:05 Minuten zurück. Die Schweizer Zeitfahrweltmeisterin von 2004 pulverisierte aber auf dem steigungsreichen Kurs im Taunus ihren Abstand jedoch in Rekordzeit.

„Das ist einfach eine tolle Radstrecke, schwer und abwechslungsreich. Da bin ich fast traurig, dass ich nächstes Jahr nicht wieder hier am Start sein werde“, erklärte die 38-Jährige. Sie wird nach dem Ironman auf Hawaii im Herbst ihre Karriere beenden. Thürig verteidigte auf der Laufstrecke ihren großen Vorsprung vor Wutti und der sechsmaligen Schweizer Hawaii-Siegerin Natascha Badmann