Diamond League

Kopfnuss und Prügel nach 1500-m-Lauf in Monte Carlo

Frankreichs Laufstar Baala fühlte sich von seinem Landsmann Benabbad auf der Strecke behindert und zettelte im Ziel eine Prügelei an.

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Usain Bolt verhinderte in 9,88 Sekunden um Haaresbreite seine erste Saison-Niederlage. Die anderen Stars der Kunststoffbahn warteten beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo mit Jahres-Weltbestzeiten in Serie auf. Höhepunkt war der in 7:53,63 Minuten nur um 0,01 Sekunden verpasste 3000-m-Hindernis-Weltrekord durch Kenias Olympiasieger Brimin Kipruto, Negativ-Punkt ein Eklat im 1500-m-Lauf.

Deutschlands Leichtathleten setzten fünf Wochen vor dem WM-Auftakt in Daegu ihre Siegesserie fort. Beim zehnten Saisonmeeting der Königsklasse sorgte Diskuswerferin Nadine Müller (Halle/Saale) mit 65,90 m bereits für den zwölften deutschen Erfolg. Sie hatte zuvor bereits im englischen Birmingham gesiegt.

Die Hoffnung auf weitere Erfolge in der Diamond League ging nicht in Erfüllung für zwei andere, die am Wochenende ebenfalls bei den deutschen Meisterschaften in Kassel starten: Christina Obergföll (Offenburg) erlitt beim Griff nach dem vierten Speerwurf-Sieg der Königsklasse in Serie mit 64,86 m eine herbe Niederlage gegen Tschechiens Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova, die ihr mit 69,45 m im letzten Versuch auch noch die Jahres-Weltbestmarke entriss. Malte Mohr (München), der zum Auftakt in Doha gewonnen hatte, wurde mit 5,75 m Stab-Zweiter hinter Frankreichs Europameister Renaud Lavillenie (5,90).

Bolt zündet den Turbo

Usain Bolt sah zehn Meter vor dem Ziel auch schon wie ein Verlierer aus, doch dann machte der 24 Jahre alte Dreifach-Olympiasieger, -Weltmeister und Weltrekordler doch noch entscheidend Boden gut auf Landsmann Nesta Carter, der bei 1,0 m Rückenwind 9,90 lief. Dennoch ist Bolt gut einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt noch nicht in Form. In der Weltrangliste liegt er nach dem fünften Sieg im fünften Rennen des Jahres mit seinen 9,88 nun immerhin auf dem geteilten fünften Platz. Nicht am Start waren der verletzte US-Star Tyson Gay und Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika), die Bolt 2010 jeweils einmal bezwungen hatten.

Wie entfesselt gaben sich die Läufer an der Cote d’Azur. Erst steigerte Nixon Kiplagat die Jahres-Weltbestzeit über 1500 m auf 3:31,74 Minuten, dann trumpfte Weltrekordler David Rudisha (ebenfalls Kenia) über 800 m in ähnlich hochkarätigen 1:42,61 auf. Auch die dritte Saisonbestmarke ging auf das Konto der Afrikaner. Ex-Weltmeisterin Amantle Montsho (Botswana) lief die 400 m in 49,71 Sekunden.

Jahres-Weltbestzeit bedeuteten auch die 12:53,11 über 5000 m von Großbritanniens Europameister Mohammed Farah beim Sieg über den USA-Rekord laufenden Ex-Weltmeister Bernard Lagat (12:53,60). Kipruto verfehlte am Ende den Weltrekord seines nun für Katar startenden Landsmannes Saif Saaeed Shaheen um einen Hauch.

Prügelei unter Franzosen

Die Jahres-Weltbestzeit über 1500 m war von einem Eklat begleitet, der sicherlich noch ein Nachspiel haben wird. Frankreichs Star Mehdi Baala, Neunter in 3:33,69 Minuten, hatte sich im Rennen laut Augenzeugen offenbar von seinem knapp vor ihm in 3:31,60 als Achter ins Ziel gekommenen Landsmann Mahiedine Mekhissi Benabbad behindert gefühlt. Er verpasste diesem direkt nach dem Lauf im Fokus der TV-Kamera und vor den Augen von Fürst Albert und Fürstin Charlene eine Kopfnuss und erhielt als Reaktion prompt etliche Fausthiebe. Beide Athleten wurden vorläufig gesperrt.

„Es war ein Missverständnis“, sagte Ghani Yalouz, der technische Direktor des französischen Verbandes: „Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich entschuldigen sollen. Das haben sie getan.“

Baala, als Neunter zwei Plätze vor Benabbad im Ziel, war überrascht über dessen Angriff: „Ich verstehe es nicht. Ich bin rüber zu ihm und habe meine Hände hinter seinen Kopf gelegt. Er sagte: Ich habe einen Grund, nicht mit dir zu reden. Dann spürte ich seinen Kopf gegen meinen schlagen.“ Benabbad sah die Aktion ein wenig anders: „Er hat mir einen kleinen Kopfstoß gegeben, darauf habe ich reagiert. Das ist normal.“

Bereits im vierten Wettkampf in Serie verfehlte Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic ihren 100. Zwei-Meter-Wettkampf, scheiterte nach dem Siegsprung über 1,97 m dreimal an 2,01 m.