Tour de France 2011

Etappensieg für Hushovd – Klöden gibt auf

Der Norweger Thor Hushovd hat auf der 13. Etappe den Franzosen, die weiter auf einen Etappensieg warten, in Lourdes einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Gala-Vorstellung des Weltmeisters, bitterer Tour- Abschied für Andreas Klöden : Auf der zweiten Gebirgsetappe der Tour de France, die Thor Hushovd dank eines Kraftakts für sich entschied, hat sich der deutsche Routinier endgültig seinen Schmerzen beugen müssen.

"Das ist einer der größten Momente meiner Karriere – mit dem Regenbogentrikot über den Aubisque und dann die Etappe gewinnen", sagte Hushovd nach seinem Triumph: "Ich war schon froh, überhaupt in der Ausreißergruppe gewesen zu sein und dann gelingt mir noch der Sieg."

Nach zwei schweren Stürzen in den vergangenen Tagen stieg Klöden vom Rad und vermied damit auch die Schinderei auf den steilen, schweren Col d'Aubisque. Dort wuchs auf der 13. Etappe am Freitag der bullige Sprintspezialist Hushovd über sich hinaus. Der Weltmeister verdarb nach 152,5 Kilometern dem Duo David Moncoutié und Jérémy Roy einen Tag nach dem französischen Feiertag die verspätete Party.

Im Gesamtklassement blieb an der Spitze alles gleich. Lokalmatador Thomas Voeckler (Europcar) verteidigte sein Gelbes Trikot vor Frank Schleck (Leopard) aus Luxemburg und dem Australier Cadel Evans vom Team Rennstall BMC. Die Favoriten hatten sich eine Auszeit genommen und Kräfte gespart für die wohl schwerste Pyrenäen-Etappe am Samstag.

Nach seinem Debakel am Vortag bei der ersten Kletterpartie in den Pyrenäen schonte sich Tony Martin und kam mit dem Hauptfeld um die Spitzenreiter ins Ziel. Der gebürtige Thüringer ist nach dem Ausstieg von Klöden wieder bester Deutscher in der Gesamtwertung. Als 25. hat der HTC-Highroad-Fahrer 10:51 Rückstand auf Spitzenreiter Voeckler.

Martins Hoffnungen auf einen Top-Ten-Platz hatten schon auf der 12. Etappe einen schweren Dämpfer erhalten, als er 9:03 Minuten Rückstand kassierte. Der 26-Jährige versuchte, sich zu revanchieren. "Es war für alle Konkurrenten eindeutig, dass ich etwas versuchen wollte", sagte Martin. "Deshalb haben sie mich immer markiert, denn sie wussten, wenn ich weg bin, ist es schwer, mich einzuholen."

Erfolgreicher war eine zehnköpfige Spitzengruppen, die sich 50 Kilometer nach dem Start in Pau absetzte. Unter den Ausreißern waren überraschend auch die Sprinter Alessandro Petacchi und Hushovd. Der Norweger wagte am Einstieg zum Aubisque sogar eine Solo-Flucht. Roy und Moncoutié setzten nach und ließen den Garmin-Fahrer stehen. Auf der Abfahrt kam Hushovd dann aber wieder heran und wendete das Blatt.

Zwei Stürze waren zu viel

Für Klöden endete indes die "Tour der Leiden" vorzeitig: Nach knapp 40 Kilometern stieg der Routinier unter Schmerzen vom Rad, als er eine Tempoverschärfung nicht mehr parieren konnte.

Der RadioShack-Kapitän, vor der 13. Etappe 24. in der Gesamtwertung mit mehr als zehn Minuten Rückstand auf die Spitze, war bei dieser Rundfahrt schon zweimal schwer gestürzt: Am Sonntag hatte er sich am Rücken verletzt, am Donnerstag kamen Blessuren an Ellbogen, Knie und Schulter dazu. "Irgendwann ist es einfach mehr Pech, als ein Mensch ertragen kann", sagte RadioShack-Teamchef Johan Bruyneel.

Der 36-jährige Klöden, Tour-Zweiter 2004 und 2006, ist bereits der vierte Ausfall für die US-Mannschaft RadioShack: Vor Klöden hatten die Spitzenfahrer Janez Brajkovic (Slowenien), Chris Horner (USA) und Jaroslaw Popowitsch (Ukraine) nach Stürzen aufgeben müssen. Jetzt ruhen die letzten bescheidenen Hoffnungen in der einstigen Mannschaft des früheren Tour-Dominators Armstrong auf dessen Landsmann Levi Leipheimer, der den 17. Platz belegt.