Verpatzer Saisonstart

Bayern München schimpft auf Länderspiel

Der Sportdirektor von Bayern München, Christian Nerlinger, hat nach dem verpatzen Saisonstart den Zeitpunkt für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen der Rekordmeister Brasilien kritisiert. Dadurch fehlen den Bayern zum Auftakt zahlreiche Nationalspieler. Jetzt hofft er auf eine Wende.

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Sportdirektor Christian Nerlinger hat nach dem Fehlstart in die Bundesliga-Saison bei Fußball-Rekordmeister Bayern München eine Grundsatzdebatte angestoßen. "Wir müssen etwas Grundsätzliches ändern, aggressiver werden. Man muss von der Einstellung her anders agieren, die Tore erzwingen. Es war teilweise zu statisch. Wir müssen versuchen, zwingender zu spielen", sagte Nerlinger der "tz". Die Bayern hatten am Sonntag ihr erstes Ligaspiel zu Hause 0:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach verloren.

In einem Chat mit den Fans auf der Internetseite der Bayern am Dienstag versuchte Nerlinger jedoch, die Lage zu beruhigen. "Es war keine Leistung, die uns zu einer Besorgnis drängt. Die Enttäuschung ist da, aber es ist nicht so, dass wir in Panik verfallen", sagte der frühere Profi.

Er wolle "nicht nach einer Partie schwarzmalen oder die Mannschaft an den Pranger stellen", sagte Nerlinger weiter, betonte jedoch zugleich: "Gegen Wolfsburg wird sich einiges ändern. Wir müssen jetzt einiges justieren, von Spiel zu Spiel sehen, Schritt für Schritt. Wir müssen in die Gänge kommen."

München muss am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim VfL Wolfsburg mit dem früheren Bayern-Coach Felix Magath antreten. Der VfL hatte zum Start 3:0 beim 1. FC Köln gewonnen. "Wir müssen am Sonnabend in Wolfsburg die Antwort geben auf die Niederlage und unbedingt gewinnen. Die Mannschaft weiß, worum es geht. Deswegen bin ich ganz sicher, dass wir drei Punkte holen, den absoluten Fehlstart vermeiden und in die Gänge kommen werden", sagte Nerlinger.

"Wir müssen viel klüger spielen"

Der Manager glaubt an eine baldige Wende. "Die Mannschaft war natürlich niedergeschlagen, aber ich bin überzeugt, dass wir in die Spur kommen. Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft funktionieren und die Automatismen greifen. Dann werden die Ergebnisse und auch die Titel automatisch kommen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Schalter sehr bald umlegen." Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger dagegen mahnte: "Wir müssen viel klüger spielen. Sonst wird das keine gute Saison."

Für Nationaltorwart Manuel Neuer, der beim Tor der Gladbacher durch Igor de Camargo entscheidend patzte, sieht Nerlinger derweil künftig keine Probleme. "Manuel ist stark genug. Ich mache mir keine Sorgen", sagte er. Schweinsteiger nannte Neuer "sehr stabil" und führte aus: "Wir sind alle froh, dass er nach München gekommen ist. Sehr viele Mannschaften beneiden uns um ihn. Wir wissen, dass wir mit ihm eine wesentliche Verstärkung geholt haben - nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit."

Erschwert wird den Bayern die Vorbereitung auf das Wolfsburg-Spiel durch die Abwesenheit zahlreicher Nationalspieler. Deshalb kritisierte Nerlinger auch die Ansetzung von Länderspielen wie das der deutschen Nationalmannschaft gegen Rekordweltmeister Brasilien zu so einem frühen Saison-Zeitpunkt heftig. "Das macht überhaupt keinen Sinn und bringt sehr vieles durcheinander. Das ist sehr schlecht gelegt, überflüssig. Ich hoffe, dass diese Spiele, die absolut stören, in Zukunft nicht mehr stattfinden", sagte er.

Immerhin eine aus Sicht der Bayern gute Nachricht vernahm Nerlinger am Dienstag. Nach der Absage des Länderspiels zwischen England und den Niederlanden wegen der Krawalle in London ist Oranje-Star Arjen Robben auf dem Rückweg nach München. Heute kann Trainer Jupp Heynckes dann immerhin mit fünf Feldspielern üben.