"Auszeit"

Golf-Profi Bubba Watson befleckt sein Land

Ein US-Golfer benimmt sich in Frankreich daneben. Nach massiver Medienschelte in der Heimat hat er sich entschuldigt.

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Frankreich ist die Nummer eins. Weltweit. In kein anderes Land der Erde reisen mehr ausländische Touristen. Im vergangenen Jahr waren es 79 Millionen, bei 62 Millionen Einwohnern eine stattliche Zahl. Auf Platz zwei folgen die USA mit 60 Millionen Gästen. Was also läge näher, als sich gegenseitig mal zu besuchen?

Dies dachte sich wohl auch Golfprofi Bubba Watson, der am Wochenende erstmals bei einem Turnier in Paris mitspielte. Watson ist ein lustiger Kerl aus den Südstaaten, der den Ball ziemlich weit schlagen und den Mund offenbar noch weiter aufreißen kann. Jedenfalls benahm sich der Weltranglisten-15. in Paris wie ein Prolet. Trotz einer angeblichen Antrittsgage von 150.000 Euro weigerte sich Watson, Kindern eine Trainingsstunde zu geben.

Stattdessen spielte er schlecht, schied früh aus, schimpfte auf Zuschauer und Organisatoren, verweigerte die gemeinsame Autofahrt mit einem europäischen Spieler und gab ein hochpeinliches Interview über Paris. Den Triumphbogen beschrieb er als „Bogen mitten auf der Straße, um den ich herumfahren musste“. Versailles sei doch diese Burg in der Nähe seines Hotels. Und ja, diesen großen Eisenturm habe er auch gesehen. Ansonsten wolle er nicht mehr in Europa spielen.

Bubba Watson hat den Auftritt schnell bereut. Nach massiver Kritik gerade auch in den US-amerikanischen Medien entschuldigte er sich für sein Verhalten. Erklären konnte er es nicht. Vielleicht hat er ja die falschen Gastgeber getroffen. Laut einer französischen Studie von 2006 kommen die Touristen nämlich wegen des Landes, nicht wegen der Leute. Die Franzosen seien oft „arrogant, sogar verächtlich“, sagen Gäste. Ein bisschen Bubba eben.