Fußball

Zorc zweifelt an der Einhaltung des Financial Fairplay

dapd

Michael Zorc stellt die praktische Umsetzung der Financial-Fairplay-Regeln der europäischen Fußball-Union UEFA infrage. „UEFA-Präsident Michel Platini scheint wild entschlossen zu sein, das durchzusetzen", sagte der Sportdirektor des Deutschen Meisters Borussia Dortmund in einem Interview mit der „Morgenpost Online".

Michael Zorc stellt die praktische Umsetzung der Financial-Fairplay-Regeln der europäischen Fußball-Union UEFA infrage. „UEFA-Präsident Michel Platini scheint wild entschlossen zu sein, das durchzusetzen“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Meisters Borussia Dortmund in einem Interview mit der „Morgenpost Online“. Ob sich die Vereine aber wirklich an das Financial Fairplay halten, werde man sehen. „Es gibt ja immer Wege, wie man das umgehen kann“, sagte Zorc. „Definitiv hilft es.“

In Spanien seien elf Klubs der Primera Division unter der Insolvenzverwaltung, in Italien die gesamte Liga, sagte Zorc. Bei Manchester City „musste zuletzt ein Scheck über 150 Millionen Euro ausgestellt werden, damit am Ende die schwarze Null steht“, kritisierte Zorc. „Dass dem Einhalt geboten wird, ist richtig.“ Die Bundesliga habe im internationalen Vergleich aufgeholt und werde sich in den nächsten Jahren weiter verbessern.

Nach Ansicht von Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger werden die deutschen Vereine daher von der neuen Regelung profitieren. „Es geht beim Financial Fairplay im Kern um die einfachste ökonomische Regel: Du darfst nicht mehr ausgeben als du einnimmst. Das sollte eine Grundvoraussetzung sein.“ Dies sei international aber aus den Fugen geraten, sagte Nerlinger.

Die UEFA hatte die neuen Lizenzierungsregeln eingeführt, damit Spielergehälter und Ablösesummen nicht noch weiter explodieren. Ab der in Deutschland Anfang August startenden Spielzeit dürfen die Vereine nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Ausschlaggebend war die Schuldenlast von 19 Milliarden Euro, die die mehr als 700 europäischen Vereine ausweisen.