"Auszeit"

Für 90 Minuten Ruhm zum Eimsbütteler TV

Beim Pokalteilnehmer Eimsbüttel herrscht Spielermangel. Jetzt wird der Verein von Fußballspielern bestürmt, die ins Fernsehen wollen.

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So recht weiß niemand, was von den Vorgängen beim Eimsbütteler TV zu halten ist. Da zog der Amateurklub aus Hamburg in die erste Runde des DFB-Pokals ein – und fast die gesamte Mannschaft trat aus dem Verein aus. Die Spieler wollte etwas abhaben vom Pokalkuchen, sprich: den Fernseheinnahmen in Höhe von 110000 Euro. Der Vorstand des Breitensportvereins winkte ab, und prompt stand die Landesligamannschaft ohne Personal da.

Seither ist ordentlich was los in Eimsbüttel. Fast täglich gingen Bewerbungen auf der Geschäftsstelle ein. Insgesamt 40 Fußballspieler boten ihre Dienste an – die meisten allerdings nur für die Pokalpartie, in dem die Hamburger auf den Zweitligaverein SpVgg Greuther Fürth treffen werden.

Dieser Tage gehen die Absagen raus an all jene, die ihren Körper für ein bisschen Pokalruhm verkaufen wollten. Der Eimsbütteler TV machte kurzerhand die eigene U19 zur Männermannschaft. Die ist in der vergangenen Saison Hamburger Meister in ihrer Altersklasse geworden und in die Regionalliga aufgestiegen. Allerdings liegt der Altersschnitt des Teams nun bei 17,6 Jahren.

„Bild“ spekulierte deshalb bereits, ob am 31. Juli das Rekordergebnis von 0:17 aus dem Jahr 1941 fallen könnte; damals verhalfen die Stuttgarter Kickers dem VfB 05 Knielingen zu zweifelhafter Berühmtheit. Ausschließen möchte in Eimsbüttel niemand, dass bald ihr Verein diesen Platz in den Geschichtsbüchern einnehmen könnte. Trainer Richard Wenzing hat seine Mannen jedenfalls schon einmal vorgewarnt: „Wenn jemand bei 0:26 aufhört zu kämpfen, hat er für die Saison ausgeschissen!“