Schwimm-WM

Sascha Klein gewinnt Bronze im Turmspringen

Europameister Sascha Klein beschert den deutschen Wasserspringern in Shanghai mit seiner ersten WM-Einzelmedaille seiner Karriere einen bronzenen Abschluss.

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Als sich Sascha Kleins Traum von einer WM-Einzelmedaille nach vielen Jahren endlich erfüllt hatte, schien es ihm auf ein paar Sekunden auch nicht mehr anzukommen. Nach seinem letzten Sprung vom Turm stieg der 25-Jährige mit stoischer Ruhe aus dem WM-Becken von Shanghai und atmete noch einmal tief durch, ehe er den Blick auf die Anzeigetafel wagte. Erst, als er dort hinter seinem Namen die „2“ las, ballte Klein beide Fäuste. Nur der überragende Chinese Bo Qiu (585,45 Punkte) zog danach noch an Klein (534,50) vorbei, mit Bronze war der große Traum für den Springer aus Riesa endlich in Erfüllung gegangen. Und die deutschen Wasserspringer hatten ihren krönenden WM-Abschluss.

„Ich wollte unbedingt diese Medaille. Jetzt bin ich super glücklich, dass ich es geschafft habe“, sagte Klein, der am vergangenen Sonntag mit Patrick Hausding (Berlin) schon im Synchron-Wettbewerb vom Turm Silber gewonnen hatte. Bis zum vorletzten Sprung sah es im offenen Crescent-Lagoon-Stadion auf dem ehemaligen Expo-Gelände von Shanghai sogar nach einer Wiederholung dieses Ergebnisses aus, doch mit einem starken Sprung zog der Amerikaner David Boudia vorbei und gab Silber mit insgesamt 544,25 Zählern nicht mehr aus der Hand.

Für Klein kein Grund zur Enttäuschung. Hatte er doch nicht nur seinen Traum von der Einzelmedaille wahr werden lassen, sondern auch seine Kritiker Lügen gestraft, die ihm oft fehlende Nervenstärke in entscheidenden Wettkämpfen anhefteten. „Ich hatte schon vor dem Finale ein gutes Gefühl und habe im letzten Sprung alles ausgeschaltet“, sagte Klein, der den finalen Versuch seines ärgsten Verfolgers Wiktor Minibaew (Russland) hautnah beobachtet hatte und direkt im Anschluss die entsprechende Antwort gab.

Minutenlang ließ er sich danach im Zuschauerblock des deutschen Teams umarmen, abklatschen und feiern. „Die WM war für mich mit zwei Medaillen einfach perfekt“, stellte der Drittplatzierte überglücklich fest.

Perfekt liest sich auch die Gesamt-Bilanz der deutschen Wasserspringer. Nachdem sie vor zwei Jahren in Rom regelrecht baden gegangen und ohne Edelmetall geblieben waren, wurde in Shanghai die Vorgabe der Funktionäre exakt erfüllt. Einmal Silber und dreimal Bronze fischten die Springer aus dem Becken. Zudem hat das Team bereits sechs Quotenplätze für die Olympischen Spiele in London sicher.

„Über diese Gesamtbilanz freue ich mich“, hielt Lutz Buschkow, Direktor Leistungssport des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), fest: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark verbessert und müssen diesen Weg bis London weitergehen. International wird nämlich auch einiges draufgelegt.“ Allein die Chinesen scheinen unerreichbar. Bei ihrer Heim-WM gewannen sie in allen zehn Wettbewerben Gold.