WM in Shanghai

Iranischer Schwimmer verweigert Rennen mit Israeli

Der Iraner Mohammed Alirezaei ist bei der Schwimm-WM nicht zum Vorlauf über 100 m Brust angetreten, weil der Israeli Gal Nevo im selben Rennen gestartet wäre.

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Das israelische Schwimmteam hat mit Unverständnis auf die Weigerung eines iranischen Athleten reagiert, in einem WM-Vorlauf in Shanghai zu starten, an dem auch ein Israeli teilnahm.

„Leider ist das der Regelfall – es ist verrückt“, sagte Yitzhak Kramer, der Chef der israelischen Delegation. „Bei diesem Wettbewerb geht es um Sport, nicht um Politik, und man muss die beiden trennen. Das soll doch eigentlich das Schöne am Sport sein.“

Der Iraner Mohammed Alirezaei hatte sich am Sonntag geweigert, im Vorlauf über 100 Meter Brust zusammen mit Gal Nevo aus Israel zu starten. Der iranische Staat erkennt das Existenzrecht Israels nicht an. Eine Bestrafung forderte der israelische Verband nicht. „Wenn sich jemand wie ein Kind benehmen will, ist uns das egal“, sagte Kramer.

Als offizielle Begründung gab Alirezaei laut dem israelischen Trainer Chanan Sterling eine Erkrankung an. Bereits 2008 hatte der Iraner seinen Start gegen einen israelischen Schwimmer aus gleichem Grund abgesagt.

Der Weltverband Fina erklärte am Montag, noch nichts von dem Vorfall erfahren zu haben. „Wir müssen die Situation erst verstehen“, sagte Geschäftsführer Cornel Marculescu. „Wenn dem so ist, macht es keinen Sinn, zur WM zu kommen. Wir brauchen diese Politik nicht in unserem Sport.“