"Auszeit"

Kobe Bryant muss die NBA in Istanbul retten

NBA-Klubs und Spieler können sich nicht auf Gehälter einigen. Allein Superstar Kobe Bryant streicht jährlich 18 Millionen Euro ein. Leiden müssen andere.

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In den USA gönnt der gemeine Arbeiter dem Milliardär noch seine Milliarden, und dem Millionär immerhin noch seine Millionen. Neid? Gibt es nicht. Nicht bei denen. Debatten darüber, ob es gerecht ist, wenn Banker Millionenboni einstreichen, sind zutiefst europäisch. Sagen die Reichen hierzulande zumindest gern.

Die Basketballprofiliga NBA gibt sich derzeit alle Mühe, den Ruf zu ändern. Allen voran: die Los Angeles Lakers. „Große Unternehmen behandeln ihre Angestellten nicht so, wie die Lakers es jetzt getan haben“, sagt Ronnie Lester, der als einer von 20 langjährigen Mitarbeitern entlassen wurde.

In der NBA wird gerade gestreikt. Die Spieler wurden von ihren Klubs ausgesperrt, ein Lockout. Die Firmen wollen nicht mehr so hohe Gehälter zahlen. 57 Prozent der NBA-Einnahmen, umgerechnet knapp 2,8 Milliarden Euro, gehen derzeit an die Profis (1,6 Milliarden Euro).

Den größten Teil davon verprassen die Lakers: 65 Millionen Euro. Allein Superstar Kobe Bryant streicht jährlich knapp 18 Millionen Euro ein. Und die Spieler kämpfen darum, dass es so bleibt. Also wird woanders gespart. Der Dachverband, die NBA, hatte bereits 114 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt.

Dabei ist das Sparpotential so nah: Der türkische Verein Besiktas Istanbul buhlt um die Dienste des 32-jährigen Bryant. Zwei Millionen Euro soll der Superstar dort verdienen. Pro Monat. Er würde damit mehr als in den USA bekommen – und die Lakers hätten ihn von der Gehaltsliste. Win-Win-Situation nennt man das. Hier wie drüben.