Tennis

Franzose Simon überraschend Rothenbaum-Sieger

Gilles Simon hat sich beim Traditionsturnier am Hamburger Rothenbaum als erster Franzose seit Henri Leconte in die Siegerliste eintragen.

Überraschungsmann Gilles Simon hat sich beim Traditionsturnier am Hamburger Rothenbaum als erster Franzose seit Henri Leconte in die Siegerliste eintragen. Der 26-Jährige bezwang im Finale am Sonntag den spanischen Sandplatz-Spezialisten Nicolas Almagro mit 6:4, 4:6, 6:4 und feierte damit seinen zweiten ATP-Titel in dieser Saison. Dank des Erfolgs bei der mit 1,115 Millionen Euro dotierten Veranstaltung verbessert sich Simon in der neuen Tennis-Weltrangliste von Rang 18 und Platz elf.

Für den Erfolg erhielt der Rechtshänder, der 25 Jahre nach Lecontes Coup jubeln konnte, auf dem Centre Court einen Siegerscheck über 230 000 Euro. Der an Nummer drei gesetzte Almagro konnte sich mit dem Sprung unter die Top Ten und 104 850 Euro trösten. „Ich musste mein bestes Tennis spielen, um diesen harten Kampf zu gewinnen“, sagte Simon nach seinem vierten Dreisatzsieg in Serie.

Wegen des schlechten Wetters mussten die Veranstalter wieder das Dach ausfahren. Und wie schon am Samstag beim Halbfinal-Erfolg über den Russen Michail Juschni bestach Simon durch geduldiges und kontrolliertes Sandplatz-Tennis.

Almagro war zwar der aggressivere Spieler, vergab aber allein im ersten Satz acht Breakchancen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs übernahm der Spanier, der zuvor die deutschen Hoffnungen Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer ausgeschaltet hatte, das Kommando und zog auf 3:0 davon. Simon kämpfte sich unbeirrt vom Satzausgleich zurück und ließ sich nach 2:39 Stunden feiern.

Schon vor dem Finale hatte Turnierdirektor Michael Stich trotz vieler leerer Ränge und eines verregneten Final-Wochenendes ohne Beteiligung deutscher Profis ein überwiegend positives Fazit gezogen. Die „Qualität des Tennissports“ habe sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, immerhin sieben der acht Viertelfinalisten seien schon einmal in den Top Ten gestanden, sagte Stich. „Ich glaube, das spricht für dieses Turnier, dass diese Spieler alle gekommen sind.“

Auch mit dem Abschneiden der DTB-Profis, von denen nur der Bayreuther Mayer die Runde der letzten Acht erreichte, war Stich zufrieden: „Die Deutschen haben sich sehr gut verkauft.“ Allerdings fehle den deutschen Akteuren doch das letzte Bisschen, „um wirklich mit der Weltspitze mithalten zu können.“ Stich hat 1993 für den bislang letzten Heimsieg am Rothenbaum gesorgt.

Auch die Resonanz des Hamburger Publikums bewertete der einstige Wimbledon-Champion weitgehend positiv. Die Verkleinerung des Centre Courts und der freie Eintritt für die Nebenplätze seien von den Besuchern sehr gut angenommen worden, sagte Stich. Jedoch blieben an allen Tagen viele Plätze auf dem Centre Court leer. Bis 2013 haben Stich und seine Partner noch die Lizenz für das mit 1,115 Millionen Euro dotierte Sandplatz-Turnier an der Hallerstraße.