Schwimm-WM

Angela Maurer kämpft sich in Hitzeschlacht zu Silber

Langstreckenschwimmerin Angela Maurer hat bei der WM in Shanghai im abschließenden Marathon über 25 km die Silbermedaille gewonnen.

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Nur wenige Augenblicke nach dem Ende der Hitzeschlacht suchte die mit Silber dekorierte Marathon-Frau Angela Maurer erstmal den Schatten und ein kühles Getränk. Für große Jubelstürme fehlte der 35-Jährigen am Strand von Jinshan nach dem abschließenden WM-Rennen über 25 Kilometer schlichtweg die Kraft. „So ein hartes Rennen habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt“, sagte die Langstreckenschwimmerin angesichts der fünfeinhalbstündigen Tortur in über 30 Grad warmem Wasser: „Bei solchen Temperaturen bin ich noch nie geschwommen. Es wurde von Runde zu Runde wärmer, und eigentlich war es nicht mehr zumutbar.“

Daher stimmte Maurer der Gewinn der erhofften Medaille umso glücklicher, obwohl sie den dritten WM-Titel in Folge auf dieser Distanz um 2,1 Sekunden verpasste: „Die Medaille war das Ziel. Die Brasilianerin konnte ich einfach nicht überholen.“

Zudem hatte es auf dem 2,5-Kilometer-Kurs lange Zeit nicht unbedingt nach Edelmetall ausgesehen. „Nach 20 Kilometern hatte ich einen toten Punkt und habe an eine vorzeitige Aufgabe gedacht“, gestand Maurer: „Aber ich habe mir gesagt, dass die anderen auch schwere Arme haben.“

Schon vorher hatten Gerüchte die Runde gemacht, das Rennen könnte nach eben jenen 20 Kilometern wegen der stetig steigenden Wassertemperaturen abgebrochen werden. „Bei meinen Messungen war das Wasser wärmer als 32 Grad. Ich hätte den Wettkampf vorzeitig beendet“, kritisierte Bundestrainer Stefan Lurz.

Wie gesundheitsgefährdend die Bedingungen waren, konnte man nicht zuletzt bei Antje Mahn (Würzburg) sehen. Die deutsche Meisterin wurde von den Trainern schon nach knapp zehn Kilometern aus dem Rennen genommen und musste völlig entkräftet in der Krankenstation notärztlich behandelt werden. Offenbar war ihr Zustand so kritisch, dass die 22-Jährige zeitweise nicht ansprechbar war.

Auch der deutsche Meister Benjamin Konschik (Karlsruhe) musste sein Rennen beim Sieg des Mitfavoriten Petar Stojtschew (Bulgarien) vorzeitig beenden. Fünf-Kilometer-Weltmeister Stefan Lurz war über die Marathon-Distanz gar nicht erst an den Start gegangen.

Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze konnten die Freiwasserschwimmer in Shanghai ihre Vorgaben (einmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) sogar leicht übertreffen. „Zusätzlich haben drei Athleten die Olympia-Qualifikation geschafft. Das Freiwasserschwimmen in Deutschland kann sich weiter sehen lassen“, sagte Trainer Lurz.

In London wird dann auch Maurer wieder nach einer Medaille greifen: „Nächstes Jahr habe ich noch ein wichtiges Rennen, für das ich jetzt trainieren werde.“