Schwimm-WM

Deutsche Wasserspringer gewinnen zwei Mal Bronze

Nachdem Pavlo Rozenberg vom Ein-Meter-Brett Dritter wurde, sprangen Christin Steuer und Nora Subschinski im Synchronspringen vom Turm zu Bronze.

Foto: dapd/DAPD

Der frühere WM-Pechvogel Pavlo Rozenberg vergoss inmitten seiner Wassersprungkollegen ein paar Freudentränen und gut drei Stunden später gab es schon wieder feuchte Augen im deutschen Team. Christin Steuer und Nora Subschinski belegten am Montag vom Turm den dritten Platz und bejubelten wie Rozenberg zuvor vom Ein-Meter-Brett die Bronzemedaille.

Kurz nachdem die beiden Synchronsprung-Frauen aus dem WM-Becken von Shanghai gestiegen waren, fielen sie sich nach dem Blick auf die Anzeigetafel in die Arme. „Wir haben gleich angefangen zu weinen, beide“, verriet Steuer. Zudem wurde in dieser Disziplin auch gleich der Quotenplatz für Olympia in London gebucht, schon der zweite in China.

Sichtlich zufrieden schlenderte nach dem Damen-Wettkampf auch Rozenberg durch das Stadion der Sichelmond-Lagune. Der 27-Jährige hatte sein WM-Trauma besiegt und den Grundstein für einen erfolgreichen dritten Wettkampftag in Shanghai gelegt.

Die geforderten „mindestens drei Medaillen“ haben die vor zwei Jahren in Rom leer ausgegangenen Wasserspringer in der chinesischen Metropole nun bereits nach vier von zehn Entscheidungen gewonnen. Weitere Chancen stehen noch an, zum Beispiel durch Patrick Hausding /Stephan Feck vom Drei-Meter-Brett an diesem Dienstag (11.05 Uhr/Eurosport und ZDFinfokanal).

„Es ist schon sehr gut gelaufen, muss ich sagen“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und sieht das Team auf einem wahren „Strahl“. „Die Stimmung in der Mannschaft ist super, keiner meckert rum oder hat Probleme.“ Bei den Damen hatte er sich die Medaille „gewünscht, aber nicht dran gedacht“. Bei Rozenberg war er froh über das Ende eines wahren Bannes.

„Er hat endlich gezeigt, was er kann. Er ist vom Trainingsweltmeister zum Medaillengewinner der WM avanciert“, hob Buschkow den Auftritt des gebürtigen Ukrainers hervor. Bei der WM 2009 war Rozenberg in der selben Disziplin noch zum „Hitzeopfer“ geworden und vom Drei-Meter-Brett nach einem missratenen Anlauf ins Wasser gefallen. Auch vor einem Jahr bei der EM in Budapest hatte er nach einem Anlauf-Fehler eine Nullnummer kassiert.

„Oh ja. Das ist ein schöner Ausgleich, auf jeden Fall. Es hätte auch letztes Jahr klappen können“, sagte Rozenberg. Über seine Titelkampf-Leidensgeschichte mag er nicht mehr reden. „Es ist Vergangenheit und nicht gerade die schönste, am besten abhaken. Vergessen, so dass es nie existiert hat“, bat der EM-Dritte von 2009. Nach der Siegerehrung musste er von Glückshormonen übermannt immer wieder lachen.

Steuer und Subschinski warfen ihre Glückwunsch-Blumensträuße nach ihrer Medaillenfeier auf die Tribüne. Auch Fachspartenleiter Walter Alt kam aus dem Jubeln mit zwei schwarz-rot-goldenen Fahnen mit den Namenszügen „Tine“ und „Nora“ in den Händen fast nicht mehr heraus.

Die Anspannung war abgefallen. In einem spannenden Wettkampf hatten die Medaillenkonkurrentinnen aus Großbritannien und der Ukraine im letzten Durchgang noch einmal mit schwereren Sprüngen angegriffen. Aber Steuer/Subschinski konnten kontern. „Es musste ein Ass kommen und das haben sie gemacht“, lobte ein gelöster Buschkow.

Die Verbandstaktik, das Sprungprogramm der beiden umzustellen, hatte sich ausgezahlt. „Wir haben den Handstand rausgenommen, der war etwas wacklig, wenn der Wind so geht“, sagte die 28-jährige Steuer nach ihrer zweiten WM-Medaille. Die 23 Jahre alte Subschinski wirkte nach der Siegerehrung schon wieder ziemlich cool. „Aber wir haben schon geweint.“

Wasserballer landen Coup

Die deutschen Wasserballer haben zum Auftakt einen Coup gelandet. Der WM-Sechste von 2009 gewann 9:7 gegen den Olympia-Zweiten USA. Auch ohne den verletzten Center Florian Naroska zeigte die Mannschaft von Trainer Hagen Stamm eine Klasse-Leistung, lag zur Halbzeit 6:2 vorn, ehe die USA noch aufkamen.

Erfolgreichster Torschütze war Moritz Oeler von den Wasserfreunden Spandau mit drei Treffern. Weitere deutsche Vorrundengegner sind Außenseiter Südafrika und Vize-Europameister Italien. Für die K.o-Runde ist mindestens Platz drei notwendig.