Hucks Gegner

Polnischer Box-Weltmeister wollte sich Leben nehmen

In der Nacht zum Freitag wollte sich Marco Hucks nächster Gegner im Titelvereinigungskampf, Krzysztof Wlodarczyk, mit einer Überdosis Tabletten umbringen.

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Der geplante Titelvereinigungskampf von WBO-Weltmeister Marco Huck gegen den polnischen WBC-Titelträger Krzysztof Wlodarczyk ist ernsthaft gefährdet. Der 29 Jahre alte Herausforderer des Cruisergewichtlers aus dem Berliner Sauerland Boxstall wollte sich offenbar in der Nacht zum Freitag mit einer Überdosis Tabletten das Leben nehmen. Zwei befreundete Boxer hatten Wlodarczyk regungslos in dessen Wohnung gefunden und sofortige medizinische Hilfe angefordert. Ein Notarztwagen brachte Wlodarczyk daraufhin in ein Warschauer Krankenhaus, wo er inzwischen aus dem Koma erwacht ist.

Der kahlköpfige Profiboxer sei außer Lebensgefahr und es soll ihm den Umständen entsprechend gut gehen, bestätigte Hagen Döhring, Matchmaker des Sauerland Boxstalls, „Morgenpost Online“. „Wir sind natürlich in großer Sorge. Erst einmal wünschen wir Wlodarczyk gute Besserung, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Zugleich hoffen wir aber auch, dass der Titelvereinigungskampf gegen Marco Huck doch stattfinden kann. Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss.“ Avisiert sei er für Oktober oder November.

Wlodarczyks Suizidversuch soll eine Verzweiflungstat gewesen sein. Den Preisboxer drücken hohe finanzielle Belastungen. Schuld daran sei das Management des Faustkämpfers, das ihm nie die für seine Kämpfe versprochenen Börsen ausbezahlt habe, berichtet ein Freund Wlodarczyks. Außerdem habe der Preisboxer unter familiären Zerwürfnissen gelitten. Erst kürzlich hatte ihn die Ehefrau verlassen. Sie lebt jetzt in Spanien. Wlodarczyk ist seit dem 5. Mai 2010 Weltmeister des World Boxing Councils (WBC). Den Titel hat er bislang zwei Mal verteidigt. Im November 2006 war er bereits Weltmeister der International Boxing Federation (IBF). Von seinen 48 Profikämpfen hat 45 gewonnen