IOC-Mitglied

Nordkorea träumt von Olympia 2018 als Co-Gastgeber

Nordkoreas IOC-Mitglied Jang Ung macht sich Hoffnung, dass sein Land als Co-Ausrichter der Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang auftreten könnte.

Olympische Spiele als Friedensbringer zwischen Süd- und Nordkorea? Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an das südkoreanische Pyeongchang hat Nordkoreas IOC-Mitglied Jang Ung seine Hoffnung auf eine organisatorische Einbindung seines Landes geäußert.

Es sei „positiv“, dass Asien zum dritten Mal Schauplatz der Winterolympiade sein werde, sagte Jang der nationalen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch in Tokio. Auf die Frage, ob Nordkorea einige Wettkämpfe der Spiele in sieben Jahren ausrichten könnte, antwortete er: „Ich hoffe so.“

Später habe er jedoch eingeschränkt, dass die Diskussion über eine Co-Ausrichtung neben Pyeongchang angesichts der bestehenden Spannungen zwischen beiden Ländern verfrüht sei. „Mein Punkt war, dass sich die derzeitige Situation zwischen Süd- und Nordkorea verbessern muss“, wurde Jang zitiert.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Südkorea, Park Yong Sung, schloss laut Yonhap die Möglichkeit der Rolle Nordkoreas als Mitausrichter so gut wie aus. „Wer immer über Co-Austragung mit Nordkorea redet, begreift nicht die derzeitige Situation in Nordkorea.“

Es gebe keine Gespräche mit Nordkorea über eine gemeinsame Ausrichtung der Spiele, betonte Lee Jihye vom Kommunikationsteam des Olympia-Bewerbungskomitees in Seoul. Zu den Bemerkungen Jang Ung in Tokio könne sie nichts sagen. „Auch während der Bewerbungskampagne gab es über eine Co-Austragung keine Diskussionen.“

Die politische und militärische Situation zwischen Süd- und Nordkorea sei nicht gut, sagte Jang laut Yonhap. Deshalb müsse sie verbessert werden. „Sonst könnte sie die Olympischen Spiele beeinflussen.“ Jang nahm in Tokio an der Vollversammlung des Olympischen Rats von Asien (OCA) teil.

Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele an Pyeongchang hatten in Südkorea insbesondere Vertreter der Opposition die Idee ins Spiel gebracht, dass das Nachbarland auch eine organisatorische Rolle übernehmen könnte.

Die Spiele könnten eine Grundlage für die Förderung der innerkoreanischen Zusammenarbeit sein, hatte es geheißen. Zuvor hatten sich die regierende Große Nationalpartei (GNP) und die oppositionelle Demokratische Partei (DP) darauf geeinigt, sich für eine gesamtkoreanische Mannschaft für die Winterspiele stark machen zu wollen.

Bei den Eröffnungsfeiern der Olympischen Sommerspiele in Athen 2004 und Sydney 2000 waren die beiden koreanischen Mannschaften der seit 1945 geteilten Halbinsel gemeinsam eingelaufen, bei den Wettkämpfen jedoch separat an den Start gegangen.

Das IOC hatte vor einer Woche in Durban entschieden, dass Pyeongchang die übernächsten Winterspiele ausrichten könne. Nordkorea hatte sich zunächst nicht offiziell dazu geäußert.

Die Spannungen zwischen beiden koreanischen Staaten hatten sich seit der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch Nordkoreas Küstenartillerie im November deutlich verschärft. Südkorea macht den Norden auch für den Schiffsuntergang verantwortlich. Bei beiden Zwischenfällen waren 50 Südkoreaner ums Leben gekommen.