"Auszeit"

Der Krach verstummt, aber es bleibt schnell

Neue Regeln für die Formel 1: In der Boxengasse ist ab 2014 nur noch Elektroantrieb erlaubt. Damit dürfte die öffentliche Akzeptanz des Motorsports steigen.

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Rund 50 Liter Benzin verbraucht ein Formel-1-Bolide alle 100 Kilometer. Es tut also wirklich Not, diesem Sport ein zeitgemäßeres, umweltbewussteres Image zu verpassen.

Der Automobilweltverband Fia hat die Zeichen der Zeit erkannt und im Gezerre um das neue, ab 2014 gültige Regelwerk einen Paragraphen durchgeboxt, der auf zukunftsträchtige Technologie setzt.

Regierungen in aller Welt tun das schließlich auch, so erhalten beispielsweise Amerikaner und Briten beim Kauf eines E-Autos eine Steuergutschrift über umgerechnet bis zu 5800 Euro. In China sind es sogar über 6700 Euro. Auch wenn Deutschland sich mit dem fünfjährigen Verzicht auf eine Kfz-Steuer deutlich knauseriger gibt, ist der Trend zum Elektroantrieb nicht mehr wirklich aufzuhalten.

Ein Vorreiter im verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen dieses Planeten wird die Formel 1 sicher auch in zwei Jahren nicht sein, auch wenn die aktuellen V8-Saugmotoren durch 1,6-Liter-V6-Turbos ersetzt und mit einem Drehzahllimit von 15000 Touren versehen werden.

Doch der gute Wille wird nicht nur durch die damit verbundene Senkung des Benzinverbrauchs um 35 Prozent sichtbar. Die Fia legte nämlich fest, dass die Autos in der Boxengasse nur noch mit Elektroantrieb fahren dürfen. So manchem Fan wird der infernalische Krach natürlich fehlen, dafür steigt sicher die Akzeptanz.

Langsam wird die Formel 1 auch dann sicher nicht. Dafür sorgt allein schon die Aufwertung des Systems zur Rückgewinnung von Bremsenergie (Kers) von derzeit 60 auf künftig 120 Kilowatt. Die Fahrer können dann per Knopfdruck 164 PS für 8,3 Sekunden (derzeit 82 PS für 6,7 Sekunden) freisetzen.