Formel 1

Bund soll Nürburgring unterstützen

Die Betreiber des Nürburgrings haben im Kampf um die Zukunft der Formel 1 auf dem deutschen Traditionskurs eine finanzielle Unterstützung des Bundes gefordert.

"Es wäre wünschenswert, wenn der Bund die Präsentation eines solchen internationalen Sportevents vor Millionenpublikum als Chance begreifen würde - wie etwa bei einer Fußball-Weltmeisterschaft oder einer Olympia-Bewerbung", sagte Ring-Generalmanager Kai Richter.

Die Hoffnungen, dass Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone den Betreibern bei den anstehenden Verhandlungen über einen möglichen neuen Vertrag deutlich entgegenkommt, halten sich offensichtlich eher in Grenzen. "Man muss die Erwartungshaltung da aber dämpfen", sagte Richter. Ecclestone könne sich weltweit Rennstrecken aussuchen. So feiert in diesem Jahr Indien seine Formel-1-Premiere, 2012 kommt Austin im US-Bundesstaat Texas hinzu, 2014 die Winterolympia-Stadt Sotschi.

Die Nürburgring-Verantwortlichen müssen für das Rennen an diesem Wochenende 20 Millionen Euro überweisen. Als Einnahmen bleiben ihnen aber lediglich die Zuschauergelder. Das Land unterstützt den kommenden Großen Preis von Deutschland mit 13 Millionen Euro, will aber die millionenschweren Subventionen danach zurückfahren.

Ohne weitere Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz drohe der Formel 1 auf der legendären Rennstrecke das Aus, sagte Richter: "Das wäre eine Tragödie für die Eifel-Region und für das Land." Derzeit wechseln sich der Nürburgring und der Hockenheimring jährlich ab.

Wirtschaftlich könne der Ring in der Eifel auch ohne Formel 1 überleben, sagte Richter. Die zwei Wochen, in denen der Kurs durch das Rennen belegt sei, könnten auch problemlos mit zwei anderen Veranstaltungen gefüllt werden. Touristisch sei dies aber ein großer Verlust.

Für das Rennen am Wochenende seien bereits 65 000 Tickets verkauft worden - 10 000 mehr als im Jahr 2009. Ein solches Ereignis bedeute 50 Millionen Euro Umsatz für die Region plus einen zweistelligen Millionenbetrag an Steuergeldern, der daraus generiert werde, meinte Ring-Geschäftsführer Jörg Lindner.