Südkoreaner

Sturmjuwel Son beschert dem HSV Millionen

Der 19-Jährige Heung-Min Son spielt sich beim Hamburger SV derzeit in den Vordergrund. Dazu bringt er den Hanseaten 1,5 Millionen Euro pro Saison ein.

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Mit acht Toren in den bisherigen drei Testspielen im Verlauf der Vorbereitung auf die bevorstehende Bundesligasaison ist Heung-Min Son der erfolgreichste Schütze im Aufgebot des Hamburger SV .

Der 19-Jährige profitiert davon, dass Mladen Petric (Aufbautraining nach Leistenoperation) und Paolo Guerrero (Copa America mit Peru) derzeit nicht zur Verfügung stehen – und spielt sich munter in den Vordergrund.

Trainer Michael Oenning ist vollauf zufrieden mit dem Auftreten des Südkoreaners, dem schon im vergangenen Sommer der Sprung aus dem Juniorenbereich in den Profikader gelang. 13 Bundesligaeinsätze und drei Treffer standen am Ende der Serie für ihn zu Buche. „Son arbeitet hart, er will sich in jeder Einheit verbessern und ist sehr lernwillig. Die Entwicklung ist positiv“, sagte Oenning.

Das Sturmjuwel sorgt jedoch nicht nur sportlich für Furore, sondern lässt es auch in der Kasse klingeln. In Zusammenarbeit mit Vermarkter Sportfive gewann Marketingvorstand Joachim Hilke bereits zwei Exklusivpartner aus Südkorea für den Bundesligaklub.

Nach dem Reifenhersteller Kumho Tyres wurde nun auch mit dem Solaranlagenhersteller Hanwa ein Zweijahresvertrag geschlossen. Die beiden Sponsoren aus Asien zahlen insgesamt 1,5 Millionen Euro pro Saison, um beim HSV zu werben.

„Heung-Min Son ist als Typ einfach klasse, ein aufgeschlossener, intelligenter Junge. In Korea ist er schon jetzt ein Held, und der Bursche bringt alles mit, um auch in Deutschland einer zu werden. Er schießt nicht nur Tore, er lockt auch Sponsoren an“, sagte Hilke.

Diese Meinung teilt Eike Gyllensvärd, der das Sportfive-Team beim HSV leitet: „Son hat bei den Abschlüssen mit Kumho Tyres und Hanwa eine sehr wichtige Rolle eingenommen. In seiner Heimat hat er sich schon einen Namen gemacht.“

Trotz der sportlichen Flaute – die „Rothosen“ haben zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb verpasst – verkauft sich der Traditionsverein exzellent. Vier Wochen vor dem Saisonstart steht nur noch eine von 50 Logen in der Imtech-Arena zur Vermietung, hinzu kommen 350 Business-Seats.

„Es war nicht zu erwarten, dass die Entwicklung so positiv verlaufen würde“, sagte Gyllensvärd. „Im Bereich Sponsoring im Innenbereich des Stadions sind wir restlos ausverkauft, da ist keine Werbebande mehr frei.“ Auch die Fans sind heiß: Mehr als 31.000 Dauerkarten sind verkauft.

Einen Platz sicher im Stadion hat Carl-Edgar Jarchow , der dem HSV mindestens bis zum 15. März 2013 vorstehen wird. Nach der Trennung von Bernd Hoffmann war der 55-Jährige zunächst kommissarisch eingesetzt worden.

Am Freitag gab Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff nun bekannt, dass das Kontrollgremium den Entschluss gefasst habe, Jarchows Probezeit zu beenden und ihn mit einem Vertrag auszustatten.

„Er hat den HSV in einer schwierigen Situation übernommen und die Aufgaben voller Leidenschaft zusammen in einem sehr gut funktionierenden Team gelöst. Dafür gebührt ihm größte Anerkennung und das Vertrauen, den Weg weiter fortzuführen“, sagte Rieckhoff. Der Vereinsboss steckte sich für seine Amtszeit hohe Ziele: „Mittelfristig muss der HSV zu den vier Topklubs in Deutschland zählen.“