VfB Stuttgart

Staudt trotz 2,242 Millionen Euro Verlust unbesorgt

„Der Klub steht erstklassig da", sagte der scheidende Vereinschef am Sonntag auf der Mitgliederversammlung in der Stuttgarter Schleyerhalle.

Nach dem Rekordgewinn im Jahr 2009 hat der VfB Stuttgart das Jahr 2010 mit einem Verlust in Höhe von 2,242 Millionen Euro abgeschlossen. Der Gesamtumsatz lag bei 117,7 Millionen Euro. Große Sorgen macht sich der Präsident Erwin Staudt deshalb aber nicht. „Der Klub steht erstklassig da“, sagte Staudt am Sonntag auf der Mitgliederversammlung in der Stuttgarter Schleyerhalle.

„Das sind reine Abschreibungsverluste“, erklärte Staudt den 2.664 Zuhörern, „sie sind nicht liquiditätswirksam.“ Konkret bedeutet das, dass der VfB im Jahr 2010 durch den Umbau des Stadions in eine reine Fußballarena und der damit geringeren Kapazität die Abschreibungen an die Stadion KG nicht durch Transfererlöse oder Erträge aus dem Europapokalspielen kompensieren konnte.

Ein Jahr davor, hatte der VfB bei seinem Rekordüberschuss von rund elf Millionen Euro unter anderem von der Teilnahme der Champions League und dem Transfer von Mario Gomez in Höhe von knapp 30 Millionen Euro zum FC Bayern München profitiert.

Staudt verkündete letztmals die Bilanz des VfB Stuttgart, weil der 63-Jährige nach acht Jahren nicht mehr zu einer dritten Amtszeit antrat. Seine Erfolge lassen sich nicht nur durch die Meisterschaft 2007 und sieben Europapokalteilnahmen belegen, sondern vor allem auch durch den wirtschaftlichen Aufschwung des Vereins. So stieg in Staudts Amtszeit zum Beispiel die Eigenkapitalquote auf 26 Prozent, nachdem sie im Jahr 2002 noch bei minus 21 Prozent gelegen hatte, während im gleichen Zeitraum die Verschuldungsquote von 57 Prozent auf 15 Prozent sank. „Wir sind nicht mehr der insolvenzbedrohte Verein von damals, sondern inzwischen neben Bayern und Bremen der finanzstärkste Klub in Deutschland.“

Besonders stolz sind die VfB-Verantwortlichen auf die Tatsache, dass der Personalaufwand im Jahr 2010 in Höhe von 56, 7 Millionen Euro für die Profimannschaft unter 50 Prozent des Umsatzes lag. „Andere Vereine beneiden uns darum“, sagte Staudt im Blick auf dem in diesem Jahr von der Uefa eingeführte sogenannte „Financial Fair Play“.

Nach dieser Regel dürfen die Klubs von 2013 an nicht länger mehr ausgeben als sie einnehmen. „Wir sind darauf schon lange vorbereitet“, sagte Staudt, der am Abend noch von Gerd Mäuser als neuer Präsident abgelöst werden sollte.