Motorrad

Bradl Zweiter in Mugello – Spanier Marquez siegt

Die schnellste Runde des Rennens kam ein wenig zu spät, und doch war Motorrad-Pilot Stefan Bradl alles andere als unzufrieden. „Ich habe in der letzten Kurve nochmal gepusht und versucht, Marquez zu kriegen. Mehr ging leider nicht“, sagte der Moto2-Pilot nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Italien. Nur Zentimeter fehlten dem 21-Jährigen in Mugello zum fünften Saisonsieg. Mit Platz zwei, dem sechsten Podestplatz im achten Rennen des Jahres, liegt der Zahlinger mit seiner Kalex aber weiter auf WM-Kurs. Auch wenn sein ärgster Verfolger Marc Marquez (Suter) seinen zweiten Sieg in Folge holte, ist Bradls Vorsprung mit 147 Punkten im Vergleich zu den 95 Zählern des Spaniers weiterhin komfortabel.

Nach dem verpatzten Qualifying am Samstag, in dem Bradl auf seiner letzten schnellen Runde der Sprit ausgegangen war, schob sich der WM-Spitzenreiter schon am Start vom siebten auf den fünften Platz vor. Zu Beginn der zweiten Runde schnappte sich Bradl gleich zwei Konkurrenten auf einmal. Im siebten Umlauf übernahm Bradl erstmals die Führung, die in der Schlussphase fast im Minutentakt wechselte.

Im letzten Umlauf gab Bradl noch einmal alles und fuhr die schnellste Runde des Rennens, allerdings kam er auf der Zielgeraden trotz Windschattens nicht mehr am amtierenden 125ccm-Weltmeister Marquez vorbei. „Der Sieg war drin, aber vor allem im Infield ist es verdammt schwer zu überholen. Ich bin zufrieden und Marquez hat es mir wirklich nicht einfach gemacht“, sagte Bradl. Grund zur Freude hatte auch der zweite deutsche Starter Max Neukirchner (Stolberg/MZ). Der 28-Jährige holte mit Platz acht sein bestes Karriere-Ergebnis.

In der Achtelliterklasse war es dagegen nicht der Tag der Deutschen. Sandro Cortese kam zunächst auf Platz acht ins Ziel. Zu allem Ärger über seine schwache Leistung und die großen Reifenprobleme kam nachträglich eine 20-Sekunden-Strafe, weil Cortese auf der Zielgeraden seinen spanischen Kontrahenten Sergio Gadea mit dem Ellbogen blockiert hatte. „Die Aktion war ein bisschen hart. Ich war verärgert und habe versucht, ihn zum Nachgeben zu Zwingen. Aber sowas macht man natürlich nicht“, sagte Cortese.

Noch schlechter lief es für Jonas Folger. Nachdem er wegen technischer Probleme im Qualifying nur von Platz 21 ins Rennen gestartet war, schob sich der Aprilia-Pilot zwischenzeitlich bis auf Rang sieben vor. Drei Runden vor dem Ende vergab der 17-Jährige aber sichere WM-Punkte und rutschte in einer Linkskurve ins Kiesbett. „Ich wollte nochmal attackieren. Die Reifen waren schon sehr kaputt und ich habe nur einmal kurz nicht aufgepasst“, sagte Folger nach seinem Fauxpas.

Für den deutschen Lichtblick sorgte Marcel Schrötter (Vilgertshofen), der auf seiner Mahindra mit Platz elf zum zweiten Mal in Folge Punkte holte. Der Spanier Nicolas Terhol (Aprilia) sicherte sich auf der Zielgeraden seinen fünften Saisonsieg und baute die Führung in der WM-Gesamtwertung wieder aus. Nachdem Terhol in der Vorwoche im niederländischen Assen wegen einer Fingerverletzung noch passen musste, liegt er nun mit 153 Punkten vor dem Franzosen Johann Zarco (Derbi/114). Folger (101) als Vierter und Cortese (98) als Fünfter haben schon deutlichen Rückstand.

In der MotoGP hat sich unterdessen Weltmeister Jorge Lorenzo eindrucksvoll im Titelkampf zurückgemeldet. Der spanische Yamaha-Pilot gewann vor Lokalmatador Andrea Dovizioso und dem australischen WM-Spitzenreiter Casey Stoner (beide Honda), der lange Zeit wie der sichere Sieger aussah.

Nach seinem zweiten Saisonsieg liegt Lorenzo in der Gesamtwertung mit nun 133 Punkten nur noch 19 Zähler hinter dem viermaligen Saisonsieger Stoner (152). Der neunmalige Weltmeister Valentino Rossi zeigte bei seinem Heimspiel eine ordentliche Leistung und wurde Sechster.