Fussball

Machtkampf zwischen Allofs und Lemke spitzt sich bei Werder zu

Bei Werder Bremen kehrt keine Ruhe ein. Der Machtkampf zwischen den leitenden Angestellten des Fußball-Bundesligisten, Geschäftsführer Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf auf der einen und dem Aufsichtsrat mit Ex-Manager Willi Lemke an der Spitze auf der anderen Seite, setzt sich fort.

„Es besteht keine Feindschaft zwischen Willi und mir", sagte Allofs zwar der Kreiszeitung Syke. Allerdings sind die Gelder für Transfers zunächst vom Kontrollgremium eingefroren und damit die Aktivitäten von Allofs bei der Suche nach Verstärkungen für die neue Saison auf Eis gelegt.

Ex-Werder-Boss Jürgen L. Born fordert die Parteien auf, „sich ganz schnell an einen Tisch" zu setzen. „Die momentane Unsicherheit in der Klubführung sowie die überdimensionalen Auftritte des Aufsichtsrates haben etwas von Verblendung. Einstimmigkeiten sind gegenwärtig nicht zu definieren. Ich gehe mit vielen Beobachtern überein und meine, dass die Werder-Familie nach dem Ausscheiden von Manfred Müller und mir ins Bröckeln geraten ist", sagte Born der Kreiszeitung Syke.

Mittlerweile wird an der Weser ganz offen davon gesprochen, dass Allofs und Schaaf ihre am Saisonende laufenden Verträge nicht verlängern werden. Das Ende eine Ära? „Wenn es nicht mehr passen sollte, wir unsere Arbeit nicht mehr machen können, wie wir sie uns vorstellen, wenn die Chemie nicht mehr stimmt - ist es durchaus möglich, dass man dann getrennte Wege geht", sagte Allofs. Dies sei allerdings nicht als Drohung gemeint, so der Ex-Nationalspieler.

Aufgrund von etlichen Verletzungen sind die Norddeutschen personell in Bedrängnis geraten. Der Franzose Mikael Silvestre fällt aufgrund einer Knieblessur mehrere Monate aus. Silvestre ist bereits der fünfte Abwehrspieler, der den Bremern fehlt.

Mehrere Wochen nicht einsetzbar sind derzeit Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl und Sebastian Boenisch. Trotzdem blockte der Aufsichtsrat alle Transferbemühungen ab. Selbst das geplante Ausleihgeschäft mit dem griechischen Innenverteidiger Sokratis Papstathopoulos (FC Genua) ist momentan nicht möglich, weil Allofs sein finanzielles Budget bereits ausgeschöpft hat.