"Auszeit"

Die Angst der Werder-Fans vor Bremens Sparzwängen

Falsche Personalpolitik: Die Anhänger von Werder Bremen protestieren gegen die Pläne des Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke.

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Es muss schon weit gekommen sein, wenn sich Bremer um den bayerischen Zungenschlag bemühen. Wenn sie übernehmen, was die Fans am anderen Ende der Republik vorgemacht haben. „Koan Neuer“ hatten jene in München auf Plakate gepinselt. Und damit dem Uli, dem Kalle und dem Christian das sowieso schon miese Frühjahr noch mehr verleidet.

Nun begehren sie also auch im beschaulichen Bremen gegen die Oberen auf. Seit Dienstag gibt es die „Koan Lemke!“-Gruppe auf Facebook. Knapp 1400 Mitglieder hat sie in zwei Tagen gewonnen. Es geht gegen Willi Lemke, den Aufsichtsratsvorsitzenden, weil der auf Teufel komm raus sparen will . Dabei, so sagen sie von „Koan Lemke!“ hatte er noch im März getönt, der Klub habe ein hübsches Sümmchen auf der hohen Kante, Sorgen um eine konkurrenzfähige Elf müssten sich die treuen Fans nun wirklich nicht machen.

Der Fan und die Basisdemokratie

Doch jetzt soll verkauft, statt gekauft werden, jetzt sei Werder arm wie eine Kirchenmaus. Wir rennen sehenden Auges ins Verderben, wenn wir nicht investieren, sagen die Protestler und wollen sich am „Tag des Fans“ in Basisdemokratie üben und den Oberen die Meinung geigen. Auf Bremer Art, ganz friedlich, soll das heißen.

Nun sind Sparzwänge kein rein deutsches Phänomen. Selbst beim Branchenprimus in Barcelona klafft mittlerweile ein so großes Loch in der Kasse, dass Präsident Sandro Rosell verfügt hat, künftig nur noch schwarz-weiß, statt in Farbe zu kopieren. Sparpotential: 30.000 Euro jährlich. Und damit nicht genug, Selbst bei Catering, Leibwächtern und der Putzkolonne will er den Rotstift ansetzen. Ein Modell für die klammen Bremer? Warum nicht, sagen die Lemke-Kritiker. Irgendwie müsse der Klub doch die 800.000 Euro Leihgebühr zusammenkratzen, die für einen wie Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos fällig würden. Ansonsten könnte irgendwann ein Szenario eintreten, das da heißt: „Koa Bundesliga“.