"Auszeit"

Südkoreas Kampf gegen die Korruption

Die Korruption wirft dunkle Schatten auf die Winterspiele 2018 in Pyeongchang. Korea hat dieser Geißel den Kampf angesagt. Ein Modell für Blatter & Co.?

Es ist eine Krux mit den Auswüchsen der Gesellschaft. Korruption etwa ist so eine unschöne Geißel, die weltweit die Geschicke lenkt. Das zumindest glauben Studenten in Südkorea, knapp 80 Prozent gaben es vor zwei Jahren bei einer Umfrage an, und dass es in den nächsten Jahren noch schlimmer werden würde.

Seither gibt es staatliche Antikorruptionseinheiten und jede Menge anderer Maßnahmen. Selbst der Samsung-Boss, der Chef jenes Konzerns also, der jüngst mit dafür sorgte, dass Pyeongchang sich nun mit dem Status der Olympiastadt 2018 schmücken darf, hat ein hehres Motto ausgerufen: „Mit Integrität an fünfter Stelle zu sein, ist besser als ein erster Platz mit unsauberen Aktivitäten.“ Der Korruption, sagte Lee Kun-Hee, müsse der Garaus gemacht werden.

Von nun an Fifa-Sitzungen mit Lügendetektoren?

Und nun ziehen sie auch im Fußball nach. Die Liga ist gebeutelt von Wettskandalen und Verhaftungen. 50 Personen sind es im jüngsten Fall: Spieler, Offizielle, Buchmacher. Vor Wochen erst hatte der Verband mit einer Teilamnestie für geständige Sünder der Situation Herr zu werden versucht.

Nun wurden noch weitere Maßnahmen verabschiedet: Lügendetektoren sollen künftig zur Aufklärung beitragen, und als vorbeugende Maßnahme wurde eine Verdopplung des jährlichen Mindestlohns für Erstligaprofis erlassen, von 8100 auf 16200 Euro. Unterstützung, so hoffen sie, erhalten sie auch vom internationalen Verband Fifa. Allerdings ist das nun so eine Sache, Fifa und Korruption.

Und so möchten wir empfehlen, dass die südkoreanische Aufklärungsmethodik auch von den Herren Joseph S. Blatter und Co. übernommen wird. Fifa-Sitzungen mit Lügendetektoren jedenfalls wären eine überaus reizvolle Angelegenheit, eine lohnende womöglich auch.