Knie-Operation

Adler wird in Leverkusen zum Seuchenvogel

Deutschlands Torwart Nummer 2 wurde am Knie operiert. Ein erneuter Rückschlag für den 26-Jährigen, der den Saisonstart zu verpassen droht.

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Bayer Leverkusen in Sorge: Eine Knie-Operation bei Rene Adler bringt den Vorjahreszweiten in die Bredouille. Der Fußball-Nationaltorwart musste sich am Mittwoch in Augsburg einem Eingriff unterziehen und fällt bis auf Weiteres aus - wie lange, das kann im Augenblick niemand vorhersagen. „Das ist ein harter Schlag für uns. Wir werden jetzt abwarten und hoffen, dass Rene schnell wieder fit wird“, sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Ist Adler bis Ende Juli zur ersten DFB-Pokalhauptrunde und dem Bundesliga-Start eine Woche später in Mainz (7. August) nicht wieder fit, muss Zugang David Yelldell (29), der von Pokalfinalist MSV Duisburg verpflichtet wurde, oder Fabian Giefer (21) zwischen die Pfosten. Keine rosigen Aussichten für den Werksklub, der in dieser Saison die Herausforderung Champions League meistern will.

Schon werden in den lokalen Medien Horror-Szenarien gezeichnet, wonach Adler möglicherweise Monate, vielleicht sogar ein halbes Jahr ausfallen könnte. Muss in diesem Fall noch eine neue Nummer eins verpflichtet werden? Dazu schweigen die Verantwortlichen. Adler selbst, der schon häufiger von Verletzungen zurückgeworfen wurde, versprüht noch Zuversicht: „Um die anstehende Saison beschwerdefrei absolvieren zu können, ist eine Operation leider unvermeidlich.“

Adler sollte vom Augsburger Spezialisten Ulrich Bönisch degeneriertes Gewebe der Patellasehne am rechten Knie entfernt werden. Der Bayer-Stammkeeper hatte seit dem Testspiel der Leverkusener im österreichischen Trainingslager am 3. Juli gegen Red Bull Salzburg (4:0) akute Schmerzen verspürt.

Adler kämpfte zuletzt wiederholt mit gesundheitlichen Problemen. Aufgrund einer Rippen-OP hatte der Schlussmann seine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika, wo er als Nummer eins vorgesehen war, absagen müssen.

„Die Sache hat mich sicherlich reifen lassen. Bei mir ist es von null auf hundert gegangen. Und dann kam diese Verletzung, die mich hinderte, mein großes Ziel zu erreichen. Und damit muss man sich auseinandersetzen“, sagte Adler unlängst dem kicker. Dies sei ihm auch gelungen. Dies sei eine seiner Stärken, „aus Rückschlägen die richtigen Lehren zu ziehen“.

Adler hatte schon einmal einen komplizierten Rippenbruch erlitten. Dieser hatte 2006 sogar die Fortsetzung seiner Karriere infrage gestellt. Damals musste eine Titanplatte mit vier Schrauben eingesetzt werden.

Aber dies ist nicht alles, was den Fall Adler zu einem besonderen macht. Immer noch hat die einstige deutsche Nummer eins seinen 2012 auslaufenden Vertrag bei den Rheinländern nicht verlängert. In den Gazetten wurden in der vergangenen Saison die horrenden Forderungen Adlers kolportiert. Der Express berichtete von einem 30-Millionen-Euro-Paket für einen neuen Fünfjahresvertrag. Die Infos sollten vom Klub selbst stammen.

Adler bewertet dies immer noch sehr kritisch. „Solche Indiskretionen zu diesem Zeitpunkt einer Saison, wo es um Platz zwei geht, schaden der Mannschaft. Sie bringen Unruhe in den Verein. Das hat mich total enttäuscht, und das habe ich auch intern kundgetan“, berichtete er im "kicker".