"Auszeit"

Was Westerwelle und Anonma gemeinsam haben

Die korrekte Schreibweise von Namen gilt in Fachkreisen als Muss. Aber immer wieder geht es schief. Bei der Frauen-WM. Und beim Außenminister.

Foto: The Democrat / The Democrat/Screenshot

Der Streit um die richtige Schreibweise hat sogar die Aufenthaltsdauer übertroffen. Während der Fußball-Weltverband Fifa und auch die Deutsche Presse-Agentur die Nummer zehn von Äquatorial-Guinea beharrlich als Anonman bezeichnen, pochen die Spielerin und der Sportinformationsdienst auf Anonma als wahre Diktion.

Wir orientieren uns mal an der Aussage der Betroffenen und halten fest: Mit null Punkten aus drei Spielen fiel Anonmas Mission bei der Weltmeisterschaft in Deutschland zwar überschaubar aus – das Team musste auch schon nach der Vorrunde wieder abreisen – , aber die zuvor für Jena aktive Stürmerin selbst kommt wieder, sie spielt in der neuen Saison beim Champions-League-Finalisten Turbine Potsdam. Spätestens dann wird sie den Leuten am besten mit etlichen Toren nachhaltig begreiflich machen können, wie denn nun die richtige Schreibweise ihres Namens ausschaut.

Derlei Möglichkeiten haben nicht alle. Außenminister Guido Westerwelle etwa sorgte kürzlich bei einem Besuch im Sudan für viel Aufmerksamkeit, was die Tageszeitung „The Democrat“ zum Anlass nahm, einen großen Bericht samt Foto zu drucken. Nur war dort stets von der Ankunft von „Jido Fister Filly“ zu lesen. Vielleicht war das Ganze auch nur ein netter PR-Gag des Gastgebers für den von miesen Imagewerten umgebenen Minister. „Jido Fister Filly“ klingt ja irgendwie nach einem Westernhelden auf geheimer Mission und bietet ungeahnte Chancen für künftige Wahlkampfstrategien. Ein „Jido Fister Filly“ überspringt doch jede Fünf-Prozent-Hürde spielend.