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Olympia 2018 - Entscheidung im ersten Wahlgang

Die Chancen von München bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 sind möglicherweise stark gesunken. Bei der Wahl durch die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird es keinen zweiten Wahlgang geben.

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Im südafrikanischen Durban entscheidet das Internationale Olympische Komitee über den Austragungsort der Winterspiele 2018.

Video: Reuters
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Die Entscheidung über den Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2018 ist im ersten Wahlgang gefallen. Für einen Sieg im ersten Durchgang musste ein Kandidat die absolute Mehrheit von mindestens 48 Stimmen erreichen. Das war im Vorfeld des Votums selbst von den Vertretern der Münchner Bewerbungsgesellschaft eigentlich nur Pyeongchang zugetraut worden. IOC-Präsident Jacques Rogge soll das Ergebnis gegen 17.10 Uhr bekannt geben.

„Liebe Kollegen, Sie haben den Gastgeber gewählt“, sagte Rogge am Mittwoch in Durban nach dem ersten Wahlgang, der in dem Dreikampf zwischen München, dem südkoreanischen Favoriten Pyeongchang und Annecy in Frankreich bereits die Entscheidung brachte. 95 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) konnten abstimmen. Die Südkoreaner hatten sich um die Winterspiele 2010 und 2014 zweimal vergeblich beworben. Der letzte Sieger im ersten Wahlgang war Salt Lake City für die Winterspiele 2002.

Pyeongchang hat das IOC bei seiner finalen Präsentation nochmals eindringlich an seinen langen Atem im Streben nach Olympischen Winterspielen erinnert. „Wir sind jetzt wirklich bereit“, erklärte Bewerbungschef Cho Yang-ho nach den zwei gescheiterten Anläufen für 2010 und 2014. „Pyeongchang 2018 ist eine nationale Priorität der koreanischen Regierung – und das schon seit zehn Jahren“, betonte Südkoreas Staatspräsident Lee Myung-bak. Es wäre die erste asiatische Stadt außerhalb Japans, die die Winterspiele ausrichten würde.

München kann Geschichte schreiben

IOC-Präsident Jacques Rogge lobte den mehrmals von Beifall unterbrochenen Vortrag mit den Worten „Hut ab“. Auch für die beiden vorangegangenen Präsentationen der Konkurrenten München und Annecy hatte es zuvor Lob und Applaus gegeben.

Experten erwarteten im Vorfeld in den maximal zwei Wahlgängen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen München und Pyeongchang. Die südkoreanische Stadt galt nach vielen Verbesserungen während der Bewerbungsphase als der Favorit.

München könnte Geschichte schreiben, denn es wäre die erste Stadt, die Olympische Sommer - und Winterspiele ausrichten würde. Die bayerische Landeshauptstadt will – trotz Protesten in der Bevölkerung – mit seiner Sporttradition und -begeisterung punkten. Vor wenigen Tagen aber vermeldete das Meinungsforschungsinstitut Info aus Berlin eine deutschlandweite Zustimmung von 78 Prozent für die Spiele.

München hat mit 3,38 Milliarden Dollar das niedrigste Gesamtbudget. Außerdem soll das IOC mit soliden Finanzen und erstmals klimaneutralen Spielen überzeugt werden.

Deutschland hat eine starke Bilanz bei sportlichen Großveranstaltungen. Hier mangelt es bei den Asiaten. Dafür stehen sie für neue Märkte, nachdem Brasilien mit Rio de Janeiro schon den Zuschlag für die Sommerspiele 2016 bekommen hat – als erste Stadt in Südamerika.

Französischer Außenseiter

Der dritte Bewerber, Außenseiter Annecy, kann auf die lange Tradition und eine sehr gute Infrastruktur verweisen. Frankreich hat mit Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992 viel Erfahrung.

Laut einer IOC-Umfrage im Frühjahr dieses Jahres beträgt die Zustimmung für die Austragung der Spiele in Annecy gerade einmal 51 Prozent, in Frankreich 61 Prozent. Allerdings liebäugelt Frankreich auch mit einem weiteren Anlauf für Sommerspiele in Paris, was der Annecy-Bewerbung manchen Beobachtern zufolge nicht zuträglich ist.