Olympia-Qualifikation auf dem Rad

Kritik an Pechstein - "Was sie tut, ist frech"

Kurz vor dem Auftakt zur deutschen Meisterschaft der Bahn-Radsportler in Berlin äußert die Konkurrenz Kritik am Vorhaben Claudia Pechsteins: Sie plant sich als Radfahrerin für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren - nach nur drei Wochen Training.

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Kurz vor dem Auftakt zur deutschen Meisterschaft der Bahn-Radsportler in Berlin regt sich bei der Konkurrenz Kritik am geplanten „Seitensprung“ von Claudia Pechstein. „Bei all ihren Verdiensten in ihrer Sportart – ich finde es ziemlich frech, wenn sie sagt, sie will nach drei Wochen Training in die Spitze fahren und damit zu Olympia“, kritisierte die Erfurterin Kristina Vogel in der „Thüringer Allgemeinen“ die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin.

Vogel reist selbstbewusst als Titelverteidigerin in den Disziplinen Sprint, Keirin und 500 Meter Zeitfahren nach Berlin. Von Pechstein, die in der Einzelverfolgung über 3000 Meter und im Zeitfahren starten will, fordert sie Respekt. „Ich freue mich, gegen sie zu fahren“, sagte die Erfurterin und betonte das „gegen“ ausdrücklich.

Die Erfurter Bahnrad-Sprinter wollen bei den deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Berlin Medaillen hamstern und sich schon für die Olympischen Spiele 2012 in Stellung bringen. Die dreimalige Titelverteidigerin Kristina Vogel hofft auf mindestens zweimal Gold und sieht dem möglichen Duell mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein optimistisch entgegen. Medaillen wollen auch ihr Lebensgefährte Michael Seidenbecher sowie René Enders holen.

Gespannt ist Kristina Vogel auf die Vorstellung von Eisschnelllauf- Olympiasiegerin Claudia Pechstein. „Aber Angst habe ich nicht. Zum Radsprint gehört mehr als nur Kraft und Ausdauer. Ich fahre jetzt elf Jahre und bin taktisch noch nicht ausgereift. Deshalb denke ich, dass es für Claudia Pechstein schwer wird, an unseren besten Frauen vorbei zu fahren“, sagte Vogel am Montag in Erfurt. Pechsteins Anspruch auf eine Olympia-Qualifikation hält sie für anmaßend.

Nachdem die 39-jährige Pechstein zuvor auch einen Start im Sprint erwogen hatte, unterstrich die sechsfache Junioren-Weltmeisterin, Bahnsprint sei „eben nicht stupides Im-Kreis-Herumfahren, sondern hat viel mit taktischen Raffinessen und Fahrtechnik zu tun“. Der fast doppelt so alten fünfmaligen Olympiasiegerin traut die 20-jährige Vogel eine Medaille in der Einerverfolgung indes zu.