Fussball-Bundesliga

Jarolim tritt gegen Ex-HSV-Trainer Veh nach

Der von Armin Veh als HSV-Kapitän abgesetzte David Jarolim hat seinem früheren Trainer Konzeptlosigkeit vorgeworfen: "Ich habe nicht gewusst, was Veh will".

Foto: picture-alliance / DeFodi / picture-alliance / DeFodi/DeFodi

Die Krimiserie „Der Alte“ ist David Jarolim zwar nicht bekannt, ein Lächeln konnte sich der Mittelfeldspieler des Hamburger SV jedoch nicht verkneifen, als er mit dem Titel des Fernsehklassikers konfrontiert wurde. „Ich kann mir schon denken, was damit gemeint ist“, sagte Jarolim, der in dieser Saison mit 32 Jahren zum ältesten Profi im Kader des HSV aufgestiegen ist, daraus aber „kein großes Thema“ machen will: „Das ist mir eigentlich egal. Es ist so, dass wir ein stark verjüngtes Aufgebot haben und dass es wichtig ist, die richtige Mischung zu finden. Meine Aufgabe hat sich nicht geändert: Ich will ein Beispiel sein für die anderen.“

Während Altstars wie Frank Rost, Ruud van Nistelrooy und Ze Roberto nach der abgelaufenen Serie aussortiert wurden, fassten der neue Sportdirektor Frank Arnesen und Trainer Michael Oenning den Entschluss, weiter auf Jarolim zu setzen – und das, obwohl der Tscheche zuletzt sportlich auf das Abstellgleis geraten war. Unter Armin Veh , der im vergangenen Sommer verpflichtet worden war, verlor Jarolim zunächst das Kapitänsamt an Heiko Westermann und später auch seinen Platz in der Mannschaft. Mit Grausen denkt er an diese Zeit zurück: „Es war sehr schwer für mich. Ich habe von Anfang an gemerkt, dass es nicht passt zwischen uns“, sagte Jarolim, der im Sommer 2003 aus Nürnberg nach Hamburg gewechselt war und damit der dienstälteste Spieler im Aufgebot ist.

Letztlich, so Jarolim, sei es für alle Beteiligten ein „schlechtes Jahr“ gewesen: „Wir haben in der ganzen Zeit nicht gewusst, was eigentlich unsere taktische Ausrichtung ist. Bei Huub Stevens sollte möglichst hinten die Null stehen, bei Martin Jol und Bruna Labbadia lautete die Vorgabe, offensiv zu spielen. Bei Veh wurde nicht klar, was er eigentlich von uns erwartete“, kritisierte Jarolim und fügte hinzu: „Wenn ein Trainer kommt und recht schnell offen über den Verein schimpft, dann stimmt etwas nicht. Die Unruhe im Umfeld wurde auch in der Kabine ständig thematisiert. Ich hätte mir gewünscht, dass das nicht als Ausrede gebraucht worden wäre.“

Jarolim ist froh, dass dieser Abschnitt abgeschlossen und ein neuer in Gang gesetzt wurde. „Die Verantwortlichen haben ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Meine Motivation ist es, den Verein wieder nach Europa zu bringen. Dahin gehört der HSV.“ Seine Aufgabe sei es, das Team zu führen: „Wir werden alle an einem Strang ziehen, eine Einheit bilden. Und dabei gibt es Regeln, die jeder Spieler zu befolgen hat."