Stammspieler angeschlagen

Mosqueras Verletzung bereitet Union große Sorgen

Der Saisonbeginn naht, doch noch immer ist das Rätselraten um die Verletzung von Stürmer John Jairo Mosquera nicht beendet. Nach dem Ausfall von Kapitän Torsten Mattuschka bangt der 1. FC Union damit um einen weiteren Leistungsträger.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Der Termin fiel dann doch buchstäblich ins Wasser. Dabei hatten sie es sich beim 1. FC Union so schön ausgemalt. Anfang Juli, quasi im Hochsommer, wollten sie ihr Team zum obligatorischen Mannschaftsfoto für die Saison 2011/12 präsentieren. Mit allen Zugängen, noch dazu in den neuen Trikots vom neuen Ausrüster. Und dann das: nur magere 14 statt satter 25 Grad, sintflutartige Regenfälle statt strahlendem Sonnenschein, an vernünftige Foto-Aufnahmen war erst gar nicht zu denken.

Die für Montag im Anschluss angesetzte Trainingseinheit fand dennoch statt. Klar, Fußball ist kein Schönwettersport. Und außerdem läuft der Countdown: Nur noch zehn Tage, dann geht es für Union erstmals um Punkte. Rund anderthalb Wochen also verbleiben Trainer Uwe Neuhaus noch, die Spieler des Berliner Fußball-Zweitligisten in Schuss zu bringen. Zeit, die er intensiv nutzen wird und auch muss. „Körperlich haben wir noch nicht die hundert Prozent erreicht. Das ist aber auch nicht zu erwarten nach drei von fünf Wochen Vorbereitung“, sagte Neuhaus. Die Anzahl der Trainingseinheiten – Neuhaus ließ seine Spieler zumeist zweimal pro Tag zwei Stunden lang schwitzen – habe dabei eine große Rolle gespielt. Deshalb konnten „die läuferischen Qualitäten auch noch nicht richtig eingebracht werden“, so Neuhaus weiter.

Um das Problem der Fitness in den Griff zu bekommen, „werden wir jetzt das Training auch so dosieren, dass wir beim nächsten Spiel einen anderen Eindruck hinterlassen können“, kündigte der Coach an. Die Mannschaft wird dies am Sonnabend gegen den schottischen Premier-League-Klub Heart of Midlothian beweisen müssen (15 Uhr, Alte Försterei).

Die Spritzigkeit ist jedoch nicht das einzige Problem, dass es bis Freitag kommender Woche, wenn es in Frankfurt gegen den FSV geht. noch zu lösen gilt. Noch immer ist der Zustand des linken Oberschenkels von Stürmer John Jairo Mosquera ungeklärt. Eine Untersuchung brachte keine neuen Erkenntnisse, weshalb nun ein MRT Aufschluss geben soll.

Und dann bereitet dem Trainer noch die rechte Seite Sorgen. Ausgerechnet dort, wo man sich mit den beiden Zugängen Marc Pfertzel und Patrick Zoundi einiges erhofft. Es war direkt nach der Partie gegen Carl Zeiss Jena, als Neuhaus deutlich machte: „Mit der rechten Seite war ich heute nicht einverstanden.“ Dort, wo sich Christopher Quiring und Christoph Menz zum Ende der vergangenen Spielzeit fast schon festgespielt hatten, sollten eigentlich die beiden Neuen die Qualität erhöhen. Derweil Neuhaus für Menz, als Defensivallrounder ohnehin vielseitig einsetzbar, und Quiring, der nun auch auf der linken Seite ordentlich Pluspunkte hat sammeln können, neue Einsatzgebiete zu finden hoffte. So jedenfalls die Theorie.

In der Praxis sieht es derweil so aus, dass die Stammplätze für Pfertzel und Zoundi offenbar längst noch nicht sicher sind. „Nach hinten hat Pfertzel ganz gut gestanden“, sagte Neuhaus. Er ließ jedoch auch sogleich durchblicken, dass er von einem Verteidiger, erst recht mit der Erfahrung eines 30-Jährigen, wesentlich mehr erwartet. Wieder soll der Auftritt gegen Jena der Beweisführung dienen. „Ich kann mich an eine Szene in der zweiten Halbzeit erinnern“, erzählte Neuhaus, „da geht Patrick ganz klar rechts durch, da muss der Ball auch kommen.“ Stattdessen zog Pfertzel mit dem Ball aber nach innen, gefolgt von einer Flanke, „die überhaupt keinen Abnehmer gefunden hat. Das sind Situationen, die er besser lösen muss“, forderte der Trainer. Und hofft: „Sicherlich hat er auch noch Luft nach oben.“

Immerhin um eines muss sich Union keine Sorgen machen: um das Interesse der Fans. Gestern ging die 4000. Dauerkarte über den Tresen im Ticketoffice der Geschäftsstelle, damit hat der Klub bereits jetzt so viele Saisonkarten verkauft wie in der gesamten Saison 2010/11. „Ich will kein Spiel verpassen und habe deshalb mein Geburtstagsgeld gespart“, sagte der Käufer, ein zwölfjähriger Schüler aus Adlershof. In jedem Fall wird er bei allen 17 Heimspielen im Trockenen stehen. Selbst wenn es derart regnen sollte wie gestern.