Tour de France 2011

Amerikaner Farrar gewinnt dritte Etappe im Sprint

Kurz vor dem Ziel in Redon wurde eine fünfköpfige Ausreißergruppe eingefangen. Im Sprint war Tyler Farrar nicht zu schlagen und gewann seine erste Tour-Etappe.

Das erste Duell zwischen dem deutschen Top-Sprinter Andre Greipel und seinem britischen Dauerrivalen Mark Cavendish bei der 98. Tour de France hat für lange Gesichter gesorgt. Der Amerikaner Tyler Farrar (Garmin-Cervelo) stahl den beiden Favoriten im ersten Massensprint die Show und gewann die dritte Etappe der Frankreich-Radrundfahrt im Massensprint.

Farrar verwies in Redon Lokalmatador Romain Feillu (Vacansoleil) auf den zweiten Platz. Jose Joaquin Rojas (Spanien/Movistar) wurde nach 198 Kilometern Dritter. Cavendish (5. Platz) und Greipel (9.) waren chancenlos.

„Es war ein ziemlich schnelles und relativ nervöses Finale. Ich hatte eigentlich eine gute Position, aber 600 Meter vor dem Ziel war der Sprint für mich vorbei“, sagte Greipel. Seine Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen: „Wir hatten ersten den dritten Tag. Unser Team funktioniert, und wir waren auf Augenhöhe mit den anderen.“

Der Deutsche liegt schon seit längerer Zeit mit Cavendish im Clinch. Noch 2010 standen beide gemeinsam im Team HTC. Als Greipel jedoch trotz vieler Siege für die vergangene Tour verschmäht und stattdessen Cavendish nominiert wurde, entschloss sich der gebürtige Rostocker zum Wechsel nach Belgien. Der streitbare Cavendish gewann 2010 fünf Etappen, diesmal reichte es für keinen von beiden.

Für den Tagessieger war der Erfolg dagegen eine große Genugtuung. Farrar ist der beste Freund des beim Giro 2011 tödlich verunglückten Belgiers Wouter Weylandt gewesen. Der 27-jährige US-Boy holte nach dem Garmin-Erfolg im Mannschaftszeitfahren am Sonntag den zweiten Erfolg in Folge ins Team. „Am amerikanischen Unabhängigkeitstag hier zu gewinnen, ist unglaublich“, sagte Farrar, der seinen ersten Etappensieg auf der Tour feierte. Sein Kapitän Thor Hushovd (Norwegen) behielt das Gelbe Trikot.

Die Klassementfahrer blieben diesmal von Pannen verschont, das Finale endete ohne einen gravierenden Sturz. So verlor auch Titelverteidiger Alberto Contador (Spanien/Saxo Bank) keine weitere Zeit. In der Gesamtwertung gab es demnach keine Veränderung.

Wie schon am Samstag hatte sich gleich auf den ersten Kilometern die Ausreißergruppe des Tages gebildet. Fünf Fahrer bestritten das Gros des Tages vor dem Feld.

Neben den beiden Franzosen Maxime Bouet (AG2R) und Mickael Delage (FDJeux), zählten der frühere Milram-Profi Niki Terpstra (Niederlände/Quick Step) sowie die Spanier Ruben Perez (Euskaltel) und Jose Ivan Gutierrez (Movistar) dazu. Ihr Maximalvorsprung betrug 8:05 Minuten, neun km vor dem Ziel war die Flucht aber beendet. Delage holte sich nach 104 Kilometern zumindest 20 Punkte für den Sieg im Zwischensprint.

Gilbert hofft auf Geburtstagsgeschenk

Das Feld nahm vor dieser Marke schon einmal kräftig Tempo auf. Die Sprinter lieferten sich dort einen ersten Schlagabtausch. Cavendish ließ dort die Muskeln spielen, drängte Hushovd mit dem Oberkörper ab und sicherte sich die noch möglichen zehn Zähler.

Allerdings mischte sich auch Greipels Teamkollege Philippe Gilbert (Belgien) darunter. Der Etappensieger vom Samstag kam auf sechs Punkte und zeigte, dass er wohl auch in den nächsten Tagen um das Grüne Trikot kämpfen wird. Die Bergwertung des Tages ging auf der eindrucksvollen St.-Nazaire-Brücke ebenfalls an Delage.

Am Dienstag bekommt das Peloton die Begeisterung der Bretonen zu spüren. An der legendären M r-de-Bretagne, dem „bretonischen Alpe d'Huez“, könnten die Klassementfahrer das Finale bestimmen. Die zwei Kilometer lange, kerzengerade Straße wird von Tausenden Fans gesäumt sein, deren Jubel einen ersten Vorgeschmack auf die großen Bergankünfte der Pyrenäen und Alpen geben wird.

Gilbert, der sich nach seinem Auftakterfolg an seinem 29. Geburtstag selbst das schönste Geschenk machen will, zählt auch zu den großen Siegaspiranten. Nach den 172,5 Kilometern, die in Lorient beginnen, wird es wohl einen neuen Träger des Gelben Trikots geben.