Schauspielerin

Ulrike Folkerts wünscht sich weiblichen Podolski

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Caroline Rudelt und Daniel Stolpe

Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts erklärt, weshalb Frauen – ihr inklusive – ein Outing noch immer so viel leichter fällt als Männern. Gerade im Fußball.

Morgenpost Online : Frau Folkerts, im „Tatort“ ermitteln Sie Sonntag in der Welt des Frauenfußballs. Welchen Bezug haben Sie persönlich dazu?

Ulrike Folkerts: Ich wäre als Mädchen in einen Verein gegangen, wenn es die zu der Zeit schon für uns gegeben hätte; und bei den Jungs durften wir nicht mitmachen. So blieb es beim Kicken auf der Wiese bei uns im Ort. Einer von ihnen hat mir mal seine alten Fußballschuhe geschenkt, das war wie ein Ritterschlag für mich.

Morgenpost Online : Sind Sie Fan eines bestimmten Vereins?

Folkerts : Nee, das war ich auch nie. Mein Vater hat oft Fußball geguckt, also kannte ich Gerd Müller, Beckenbauer, und, wie hieß er, Hoeneß habe ich auch mitgekriegt. Und diesen Lockenkopf fand ich richtig klasse.

Morgenpost Online : Paul Breitner?

Folkerts : Genau. Aber ins Stadion zu gehen war nicht so meine Leidenschaft, damit muss man groß wer-den, es lieben lernen. Ich verband damit Gegröle und Alkohol, das ist nicht so meine Welt.

Morgenpost Online : Wenn es Sie beruhigt: Das hat sich gewaltig verändert.

Folkerts : Ich weiß, die WM 2006 fand ich zum Beispiel toll. Wir haben zu der Zeit in Berlin oft in großen Runden gegrillt und mit dieser oder jener Mannschaft mitgefiebert, von der wir keinen einzigen Spieler kannten, uns aber trotzdem total gefreut, wenn sie gewonnen hat. So etwas wünsche ich mir jetzt auch für die Frauen-WM; aber ich weiß, dass das nicht realistisch ist, weil Frauenfußball als Sport immer noch nicht so ernst genommen wird.

Morgenpost Online : Aber auch das ist enorm besser geworden.

Folkerts : Trotzdem bleibt die Geschichte des Frauenfuß-balls dramatisch! Ich habe gehört, was die Frauen 1989 für ihren EM-Sieg bekommen haben…

Morgenpost Online : …das inzwischen berühmte Kaffeeservice…

Folkerts : …das ist doch Wahnsinn! Andererseits: Es ist gerade einmal 50 Jahre her, da hatte der Mann das Recht zu seiner Frau zu sagen: Du gehst nicht arbeiten, sonst schaffst du