Dallas Mavericks

Dritter Sieg – 20.000 feiern Dirk Nowitzki

Dallas ist außer sich: Basketballer Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks sind noch einen Sieg von der NBA-Meisterschaft entfernt. Doch vor dem Spiel gegen den Rivalen Miami Heat dämpft der deutsche US-Profi die Euphorie.

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Die Basketballer der Dallas Mavericks haben unter ihrem deutschen Kapitän Dirk Nowitzki das fünfte Spiel der NBA-Finalserie gegen Miami Heat gewonnen

Video: Reuters
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Dirk Nowitzki riss an der Mittellinie beide Arme hoch, die 20.433 frenetischen Fans im American Airlines-Center von Dallas sprangen beim Spielende auf: Der deutsche Basketballstar ist mit seinen Mavericks dem langersehnten NBA-Titel so nah wie nie zuvor. Am Donnerstagabend (Ortszeit) feierten die Texaner im fünften Finalspiel einen 112:103-Heimerfolg und brauchen nur noch einen Sieg zum Gewinn der Nordamerika-Meisterschaft.

In einer dramatischen und mitreißenden Begegnung waren es neben dem 32-jährigen Nowitzki vor allem Jason Terry (21 Punkte) und J.J. Barea (17 Punkte), die den Sieg über die favorisierten Heat sicherstellten. „Wir sind ein sehr belastbares Team“, sagte Terry. „Wir haben während der Playoffs schon harte Kämpfe ausgetragen und es wird nicht aufhören. Es wird sogar noch härter. Aber wir sind bereit, wir sind entschlossen. Dies ist unsere Zeit.“

„Wir wollten natürlich nicht mit einem 2:3-Rückstand nach Miami, deshalb war es ein wichtiger Sieg, vor allem für unsere Fans im letzten Heimspiel der Saison. Sie haben uns das ganze Jahr über immer nach vorne gepusht“, meinte Nowitzki und gab sich dabei beeindruckend unbeeindruckt. Während die Fans mit „Beat the heat“ (Besiegt die Heat)-Sprechchören die Arena verließen, dämpfte Nowitzki in den Katakomben die Euphorie. „Gefeiert wird, wenn wir den vierten Sieg holen, ansonsten war alles umsonst“, sagte der Mavericks-Kapitän.

Am Tag vor der Partie in der erneut ausverkauften Arena in Dallas hatten die Mavericks Entwarnung geben könne: Nowitzki, in Spiel vier noch mit knapp 39 Grad Fieber stark eingeschränkt, meldete sich fit und einsatzbereit. Dadurch angespornt, waren die Mavericks in den ersten Minuten das bessere und aktivere Team. Bei den Gästen versuchte LeBron James schnell seinen Rhythmus zu finden. Der Superstar der NBA hatte bei der 83:86-Niederlage seiner Heat im vierten Spiel auf ganzer Linie enttäuscht und erzielte lediglich acht Punkte.

Doch auch in diesem Spiel hatte der 26-Jährige Heat-Star Probleme, in die Partie zu finden. Das Spiel hatte zudem vom ersten Moment an einen anderen Charakter als die vier Begegnungen zuvor: Das Tempo war deutlich höher, beide Mannschaften suchten schneller den Abschluss und trafen viele Würfe aus der Distanz. J.J. Barea, der bei Dallas erneut in der Startformation für DeShawn Stevenson stand, und Jason Kidd zeigten Treffsicherheit von außen. Gleiches galt für Heat-Spieler Mario Chalmers, sodass die Gäste den Rückstand klein halten konnten.

Nowitzki war von seiner Erkältung nichts mehr anzumerken. Bereits zur 60:57-Halbzeitführung hatte er 16 Punkte erzielt, insgesamt sammelte er 29. Anschließend ging Dallas zwar erstmals in der Finalserie mit einer Führung (84:79) ins Schlussviertel, doch 4:37 Minuten vor dem Ende lagen die Gäste mit 99:95 vorn, , nachdem ein Wurf von Nowitzki nicht fiel und Wade auf der Gegenseite einen Dreier versenkte. In dieser Phase zeigte Dallas Schwächen unterm Korb und erlaubte Miami leichte Punkte.

Aber: „Wir waren nicht in der Lage, diese Führung über die Zeit zu retten“, ärgerte sich Wade. Dallas drehte unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Fans mit einem 17:4-Schluss-Spurt zum dritten Mal in den Endspielen noch ein Match. Vor allem Terry spielte in dieser Phase endlich groß auf und erzielte in den letzten dreieinhalb Minuten acht Zähler. In den letzten Minuten stand das Spiel auf der Kippe, doch Dallas bewies erneut Nervenstärke. Terry verwandelte einen Drei-Punkte-Wurf zum 100:100, kurze Zeit später war es einmal mehr Nowitzki, der das Ausrufezeichen setzte. Mit einer schnellen Bewegung ging der Würzburger an Gegenspieler Bosh vorbei und schloss per Dunking zum 102:100 ab. Nachdem James einen weiteren Drei-Punkte-Versuch nicht versenken konnte, trafen Kidd und Terry von außen und entschieden das Spiel endgültig.

Miamis Topscorer in den Finals, Dwyane Wade, hatte sich bei einem Zusammenprall mit Brian Cardinal im ersten Viertel an der Hüfte verletzt und blieb minutenlang in der Kabine. Doch auch ohne seinen besten Spieler blieb Miami im Spiel. LeBron James fand weiterhin wenig Rhythmus und war weit von seiner bekannten Dominanz in der Offensive entfernt, verdiente sich jedoch gute Noten in der Defensive und als Passgeber. Am Ende erzielte James zweistellige Werte in drei Kategorien (17 Punkte, zehn Assists, zehn Rebounds), vergab zum Ende hin aber wichtige Würfe. Bester Miami-Spieler war erneut Wade, der trotz einer im Anfangsviertel erlittenen Hüftverletzung auf 23 Zähler kam.

Den vierten Erfolg kann Dallas am Sonntagabend (Ortszeit) in Miami einfahren. Sollte das Starensemble aus Florida gewinnen, käme es am Dienstag ebenfalls in Miami zu einem alles entscheidenden siebten Spiel. „Uns ist allen klar, worum es geht. Wir werden alles tun, um am Sonntag zu gewinnen. Wir sind selbstbewusst“, meinte Miamis Regisseur Dwyane Wade. LeBron James versprühte ebenfalls Optimismus: „Wir haben die ganze Saison über hart für diesen Heimvorteil gearbeitet, jetzt müssen wir ihn auch nutzen.“

Nowitzki und Co. kommen mit breiter Brust. „Klar wollen wir das Momentum, das wir jetzt haben, nicht wieder hergeben“, meinte Nowitzki. Man werde spielen, als wenn es kein Morgen gebe, ergänzte Terry. In der Nacht auf Montag (2.00 Uhr MESZ) können die Mavericks in Miami den Sack zumachen, doch die Heat haben in Playoffs bislang nur ein Heimspiel verloren – gegen Dallas.