Schwimmen

Steffen verschiebt wegen Heim-EM ihr Karriereende

Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen wird ihre Karriere erst in drei Jahren beenden. Der Grund dafür ist, dass ihre Heimatstadt Berlin die EM 2014 ausrichten darf.

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Als ihre Heimatstadt Berlin den Zuschlag für die Schwimm-EM 2014 bekam, musste Britta Steffen nicht lange überlegen. Die Doppel-Olympiasiegerin verschob wie erwartet ihren Rücktritt um ein Jahr nach hinten, um ihre erfolgreiche Karriere gemeinsam mit Fans, Freunden und der Familie bei der Heim-EM zu krönen.

„Ich freue mich total, dass die Europameisterschaften in Berlin stattfinden. Es ist meine Heimatstadt, und nach 2002 darf ich dann noch einmal das erhebende Gefühl erleben, vor einem heimischen Publikum um Medaillen zu kämpfen“, sagte die 27-Jährige.

Ursprünglich hatte Steffen geplant, nach den Olympischen Spielen 2012 in London noch ein Jahr „abzutrainieren“ und danach endgültig den Schwimmanzug an den Nagel zu hängen. Doch nach dem Jahr Pause in der vergangenen Saison hat Steffen wieder die Lust an ihrem Sport gepackt. „Ich bin hungrig. Mir geht es einfach schlecht ohne das Schwimmen, da bin ich nur ein halber Mensch“, hatte die zweifache Weltmeisterin von Rom gesagt.

Doppel-Weltmeister Paul Biedermann freute sich riesig über die Entscheidung seiner Freundin. „Das könnte ein toller Abschluss für sie werden“, sagte der Hallenser am Rande des internationalen Schwimmfestes im hessischen Dillenburg. Dort holte Biedermann zwar drei Siege über 50 m (24,17), 200 m Freistil (1:51,21) und 200 m Lagen (2:08,08), mit seinen mäßigen Siegerzeiten war er aber nicht zufrieden.

Auch DSV-Präsidentin Christa Thiel fiel mit Blick auf die EM 2014 ein Stein vom Herzen. „Mit Brittas Teilnahme erhält die Veranstaltung noch mehr Glanz“, sagte die Chefin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Am Samstag hatte der europäische Schwimm-Verband LEN die 32. kontinentalen Titelkämpfe nach Berlin vergeben. Die deutsche Hauptstadt, die bereits 2002 eine EM und 1978 eine WM im Schwimmen ausgerichtet hatte, war alleiniger Bewerber. „Berlin wird 14 Tage lang Gastgeber einer hochkarätige Veranstaltung sein. Wir wollen jeder Disziplin einen würdigen Rahmen geben“, sagte Thiel.

So werden die Beckenschwimmer wegen der größeren Zuschauerkapazität wohl im Velodrom um Medaillen kämpfen und die Wettbewerbe im Wasserspringen und Synchronschwimmen in der benachbarten Schwimm- und Sprunghalle im Europa-Sportpark ausgetragen. Das Freiwasserschwimmen soll dieses Mal im Zentrum Berlins stattfinden und „ein großes Publikum anlocken“, sagte Thiel.

Für den DSV bedeutet der Zuschlag zudem ein Trostpflaster für die gescheiterte Bewerbung Hamburgs um die WM 2013. Im Rahmen eines Sparpakets des Hamburger Senats hatte die Hansestadt ihre nach dem Ausstieg von Dubai aussichtsreiche Bewerbung zurückgezogen.

Für die europäischen Titelkämpfe im kommenden Jahr ist die LEN allerdings weiterhin auf der Suche nach einem Ausrichter. Wegen der Olympischen Spiele in London im selben Jahr ist die EM für die Verbände äußerst unattraktiv, da viele Stars zugunsten der Olympia-Vorbereitung nicht teilnehmen werden. Ein Ausrichter soll bei der nächsten Tagung der LEN am 14. Mai in Reykjavik/Island bekanntgegeben werden.

Die Überlegung, die EM in Berlin bereits im kommenden Jahr auszutragen und damit der LEN aus der Patsche zu helfen, hat der DSV schnell verworfen. „Die Zeit wäre zu knapp gewesen, denn wir wollen in Berlin etwas Großes aufziehen“, sagte Thiel.