Leichtathletik

Usain Bolt nennt seine Niederlage unentschuldbar

Nach seiner Niederlage gegen Tyson Gay fühlt sich Sprint-Weltmeister Usain Bolt bestätigt: "Ich habe immer gesagt, ich bin nicht unschlagbar."

Foto: AFP

Usain Bolts Botschaft an die Internetgemeinde noch am selben Abend zeugte von gemischten Gefühlen. „Liebe Fans“, schrieb der Sprint-Weltrekordler via Facebook, „ich wurde heute geschlagen von einem Athleten, der in besserer Form und Verfassung war als ich. Es war einer dieser Tage…“ Und dennoch, schalt Bolt sich selber: „Es gibt keine Entschuldigung.“

Mehr als zwei Jahre lang war der Jamaikaner über die 100-Meter-Distanz unbesiegt geblieben, hatte bei den Olympischen Spielen gewonnen, bei den Weltmeisterschaften und bei fast jedem Meeting derart dominiert, dass es leicht und selbstverständlich ausgesehen hatte – bis zum Freitagabend eben in Stockholm. Da mündeten Bolts Mätzchen ausnahmsweise einmal nicht wie zuletzt 14-mal in Folge in einen ungefährdeten Sieg. Stattdessen rannte der 23-Jährige Tyson Gay, 27, vom Start weg hinterher und wurde in 9,97 Sekunden Zweiter hinter seinem amerikanischen Dauerwidersacher (9,83).

Bolt gratulierte anschließend gefasst dem erleichterten Gay („Das war sehr wichtig für die Fans und für den Sport“), der dem Schlaks aus Trelawny seit zwei Jahren hinterhergelaufen war wie der Hase dem Igel, bevor er nun endlich das erste Duell über 100 Meter gewann. Und tatsächlich war neben der offenkundigen Beobachtung, dass Bolt nach seiner langwierigen Achillessehnenverletzung noch längst nicht wieder in Bestform ist, dies wohl die wichtigste Erkenntnis des Abends: „Ich habe immer gesagt, ich bin nicht unschlagbar.“

Zweimal war er ja überhaupt erst bezwungen worden in 21 Rennen seit seinem Debüt über die 100-Meter-Distanz 2007. Es könnte bald wieder passieren. Schon am 27.?August in Brüssel sollen Bolt und Gay, dann womöglich noch ergänzt durch den früheren Weltrekordler Asafa Powell, 27, erneut gegeneinander laufen. Und sein Landsmann Powell ist derjenige, der Bolt vor zwei Jahren als Letzter geschlagen hatte – in Stockholm übrigens.

„Seit Saisonbeginn spüre ich nicht die Kraft, die ich hatte“, klagte Bolt, der sich bei dem Diamond-League-Meeting zudem, ungewöhnlich für ihn, von zwei Fehlstarts irritieren ließ. Aber dennoch: soll sich bloß keiner zu sicher sein, nur weil er jetzt einmal verloren hat. „Das ist meine easy Saison“, sagte Bolt: „Wenn du mich dieses Jahr nicht schlägst, wird es nächstes Jahr erst recht nicht passieren. Denn das ist ein WM-Jahr.“ Also doch nur ein Ausrutscher?