"Auszeit"

Die Frauenquoten-Debatte gefährdet die Frauen-WM

Die kanadischen Nationalspielerinnen finden es unerhört, dass sie vom Verband weniger Geld bekommen als ihre männlichen Kollegen. Jetzt streiken sie.

Die Frauenquote ist dieser Tage ja ein sehr gern diskutiertes Thema. In der Politik wird darum gerungen, ob sie sinnvoll ist oder besser zum Mond geschossen gehört. Frau Bundeskanzlerin Merkel treibt das Thema um, und Frau Arbeitsministerin von der Leyen ist sich deswegen mit Frau Familienministerin Schröder in die Haare geraten.

Wie es der Koalitionspartner FDP halten will, ist irgendwie untergegangen. Nichtsdestotrotz dürften wir uns jedoch darüber einig sein, das gelten sollte: Je höher sie ist, desto besser. Doch ausgerechnet bei einem Prestigeprojekt der Frauenförderung dieses Jahres droht die Quote nicht erfüllt werden zu können.

Vor unserer Fußball-Weltmeisterschaft sind die kanadischen Ladys in Arbeitsstreik getreten. Ausgerechnet, ihr Team ist doch unser Auftaktrivale am 26. Juni in Berlin. Wenn es ganz böse kommt, stehen unsere Mädels im Sommer also im proppevollen Olympiastadion ohne Gegner da. Mal sehen, was denen dann zur Belustigung der Massen einfällt.

Die in Streik getretenen Kanadierinnen stehen jedenfalls dafür erst einmal nicht zur Verfügung, wenn sie ihre Drohungen wahr machen. Alle Testspiele und Turniere des Teams sind schon abgesagt worden. Auch das hat einen durchaus aktuellen, politischen Hintergrund: Es geht um den Mindestlohn und irgendwie auch wieder um die Frauenquote.

Die Nationalspielerinnen finden es nämlich unerhört, dass sie vom Verband weniger Geld bekommen als ihre männlichen Kollegen. Zu allem Überfluss hat auch noch Kanadas Nationaltrainerin ihre Kündigung eingereicht, weil sie sich in der Männerriege ihres Arbeitsgebers nicht durchsetzen konnte.

Das weckt natürlich Fantasien. Lebhaft ist vorstellbar, wie die deutsche Nationalstürmerin Birgit Prinz eine Streikfront organisiert, um gegen Schweinsteiger und Co. zu Felde zu ziehen. Als Vermittler wird irgendwann Heiner Geißler eingeschaltet, der einen Kompromiss bewirkt: Die Nationalspielerinnen erhalten ein Spiel gegen den FC Bayern und ein Kaffeeservice zum Ausgleich.