Frauen-WM 2011

Mit Routine und Elan zum Hattrick im eigenen Land

Bundestrainerin Silvia Neid hat den vorläufigen Kader für die Frauenfußball-WM im Sommer in Deutschland bekannt gegeben. Im Aufgebot stehen 15 Weltmeisterinnen von 2007.

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Mit einer Mischung aus Routine und jugendlichem Elan will Trainerin Silvia Neid die deutschen Fußballerinnen zum WM-Titel-Hattrick führen. Im vorläufigen Aufgebot für die Heim-WM vom 26. Juni bis 17. Juli stehen 15 Weltmeisterinnen von 2007 und fünf U20-Titelträgerinnen von 2010. Insgesamt hat Neid, die am 11. April mit einem Lehrgang in Bitburg in die Vorbereitung starten wird, 26 Spielerinnen nominiert.

Bis Ende Mai will die Trainerin fünf Spielerinnen aussortieren. Der 21-köpfige Kader, der Deutschland zum alleinigen Rekord-Weltmeister machen soll, muss spätestens am 10. Juni beim Weltverband Fifa gemeldet werden.

„Wir brauchen für die WM ein starkes Team - und das werden wir auch haben. Ich glaube, wir haben eine gute Mischung gefunden. Es ist der perfekte Kader mit den besten Spielerinnen, die wir im Moment haben“, sagte Neid, in deren Aufgebot keine großen Überraschungen zu finden sind, bei der Präsentation am Donnerstag im Frankfurter WM-Stadion.

„Wir verfügen auf jeder Position über Optionen. Das Leistungsniveau ist so hoch, wie es sein muss, wenn man um den WM-Titel mitspielen will“, erklärte die 46-Jährige und fügte optimistisch hinzu: „Der WM-Titel ist das realistische Ziel.“

Angeführt wird das Aufgebot von Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz. Die 33 Jahre alte dreimalige Weltfußballerin, die ihre internationale Karriere beim Finale in ihrer Heimatstadt Frankfurt mit dem dritten WM-Triumph zugleich krönen und beenden möchte, ist die älteste Spielerin des Kaders. Als jüngste Spielerin geht die 18 Jahre alte Dzsenifer Marozsan ins Rennen um die 21 WM-Plätze.

Sie gehört neben Almuth Schult, Alexandra Popp, Bianca Schmidt und Kim Kulig zu den amtierenden Junioren-Weltmeisterinnen, die den Sprung in den Kader geschafft haben. Torhüterin Schult ist zudem die einzige Spielerin ohne Länderspiel-Einsatz in einem Aufgebot, in dem jede Position doppelt besetzt ist.

Die meisten Spielerinnen stellen der 1. FFC Frankfurt und Pokalsieger FCR Duisburg. Beide Klubs sind mit sieben Frauen vertreten. Der deutsche Meister Turbine Potsdam stellt fünf Spielerinnen. Da Potsdam und Duisburg noch in der Champions League aktiv sind, werden die Spielerinnen beider Mannschaften erst im Laufe der Vorbereitung zur deutschen Auswahl stoßen.

Neben Prinz zählen Torhüterin Nadine Angerer, Babett Peter, Inka Grings, Fatmire Bajramaj und Kerstin Garefrekes zu den Stützen. Sie dürften ihren Stammplatz sicher haben. Ein Fragezeichen steht hinter Abwehrchefin Annike Krahn, der nach einem Kreuzbandriss Spielpraxis fehlt.

„Sie ist eine erfahrene Spielerin, die in der Vergangenheit gerade bei Turnieren wusste, ihre Top-Leistung abzurufen. Ich hätte sie gerne dabei. Was die Verletzung angeht, so ist sie auf einem sehr guten Stand“, sagte Neid: „Natürlich gilt auch für sie, dass ich in den endgültigen Kader nur Spielerinnen nominieren werde, die ihre volle Leistung bei der Endrunde abrufen können.“

Nicht im Kader steht Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers. Die Frankfurterin spielte in den vergangenen Jahren keine Rolle bei Neid.

Insgesamt stehen sieben Lehrgänge und vier Länderspiele bis zum WM-Beginn auf dem Programm. Zwischen den Lehrgängen dürfen die Spielerinnen immer wieder für vier oder fünf Tage nach Hause reisen, um Lagerkoller vorzubeugen.

Am 21. Juni, fünf Tage vor dem Eröffungsspiel gegen Kanada im Berliner Olympiastadion, trifft sich das Team. In den weiteren Vorrunden-Partien spielen die Deutschen gegen Nigeria und Frankreich.