Kolumne "Abschlag"

Harte Zeiten für die beiden Langer-Brüder

Warum Bernhard und Erwin Langers Versuch, den Ryder Cup 2018 nach Deutschland zu holen, so schwer umzusetzen ist.

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„Golf Made in Germany“ ist seit Jahrzehnten national wie international eng mit dem Namen Langer verbunden. Trotz Martin Kaymers Erfolgen gilt dies immer noch – in zweierlei Hinsicht: Zum einen sehe ich die Erfolge von Bernhard Langer, der mit Siegen bei vier Turnieren, darunter zwei Majors, dieses Jahr die Champions Tour der Senioren dominiert. Zum anderen steht der Name Langer aber auch für den Versuch, den Ryder Cup 2018 nach Deutschland zu holen – mit Bernhard und seinem exzellenten Ruf bei den Verantwortlichen der Europa-Tour als Spieler, Ex-Kapitän sowie als Persönlichkeit und mit seinem Bruder Erwin, dem „Herzstück“ der deutschen Betreibergesellschaft im Land.

Beide sind enorm gefordert, dieses zukunftsweisende Projekt für den deutschen Golfsport zu realisieren, nachdem sich die Bundesregierung und nun auch die bayerische Landesregierung nicht an den notwendigen 18 Millionen Euro Lizenzkosten beteiligen.

Es ist eine kurzsichtige Entscheidung seitens der Politik, wenn ich die Chancen als Gastgeberland sehe. Das größte Golfturnier der Welt ist beinahe mit Olympischen Spielen oder einer Fußball-WM gleichzusetzen. Neben rund 300.000 Besuchern erreichen die Fernsehübertragungen weltweit 500 Millionen Haushalte. Mit dem Imagegewinn für das Land erwartet die Wirtschaft zu Recht nachhaltige Effekte. Bei der Austragung des Ryder Cups 2002 in Irland wurden beispielsweise mehr als 100 Millionen Euro an Wertschöpfung für die regionale Wirtschaft erzielt.

Eine Analyse der Unternehmensberatung KPMG geht für Deutschland sogar von Effekten von bis zu 250 Millionen Euro aus. Immerhin stehen die bayerische Stadt Neuburg an der Donau und der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen fest hinter dem Projekt, in ihrer Region einen geeigneten Platz samt Infrastruktur zu bauen. Audi hat sich als einer der Sponsoren bereit erklärt, die Kosten für den reinen Platzbau komplett zu übernehmen. Bleibt zu hoffen, dass die Brüder Langer auch noch die letzten Steine aus dem Weg räumen können.