NBA

Monster-Trade – Anthony wechselt nach New York

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Carmelo Anthony geht von den Denver Nuggets zu den New York Knicks. Dieser Transfer umfasst insgesamt zwölf Profis und drei Millionen Dollar Ablöse.

Über Monate hat das Wechseltheater um Carmelo Anthony die NBA in Atem gehalten, jetzt ist das „Melo-Drama“ endlich beendet. Der viermalige Allstar bricht seine Zelte bei den Denver Nuggets ab und kehrt nach siebeneinhalb Jahren in seine Heimat zurück. Im Rahmen eines neun Spieler umfassenden Tauschgeschäfts wechselt der in Brooklyn geborene Anthony zu den New York Knicks - für den 26-Jährigen wird ein Traum wahr.

Eigentlich war schon lange klar, wo Anthony am Ende landen würde, doch gleich mehrere Verhandlungsrunden der Klubs endeten ergebnislos. Erst am Dienstag einigten sich beide Seiten und schnürten zwei Riesenpakete, die von Denver nach New York und umgekehrt geschickt werden.

Zusammen mit Anthony treten Chauncey Billups, Shelden Williams, Anthony Carter und Renaldo Balkman den Weg in den „Big Apple“ an. Denver bekommt im Gegenzug Wilson Chandler, Raymond Felton, Danilo Gallinari sowie Timofej Mosgow. Und obendrauf gibt’s drei Millionen Dollar.

Spekulationen begannen im Sommer

Die Spekulationen um Anthony hatten bereits im Sommer begonnen, als der Forward sich gegen eine Vertragsverlängerung in Denver entschied und das Interesse anderer Klubs weckte. Neben den Knicks schaltete sich auch die Nachbarschaft ein, die New Jersey Nets zeigten großes Interesse.

Anthony, der bei den Nuggets ein Angebot von 65 Millionen Dollar für drei Jahre ausgeschlagen haben soll, machte aber keinen Hehl daraus, wo seine Reise hinführen sollte - „Wer möchte nicht in New York spielen?“ - und versetzte die Nuggets damit dauerhaft in Unruhe. Die Medien schossen sich auf das Thema ein, praktisch jeden Tag gab es in Neuigkeiten zum „Fall Anthony“.

Jetzt wurde die Angelegenheit aus der Welt geschafft, das Team aus Denver kann endlich wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Entsprechend erleichtert reagierten die Verantwortlichen beim Klub. „Ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagte Trainer George Karl. Der 59-Jährige begreift den Verlust seines besten Spielers als Chance. „Es gibt uns die Möglichkeit, uns neu aufzustellen“, sagte der ehemalige Profi: „Natürlich ist es auch schade, aber das ist ja immer so.“

Gute Erinnerungen an die Heimat

Anthony, mit dem US-Team Olympiasieger in Peking und einer der absoluten Topstars der NBA, hat gute Erinnerungen an seine Heimat. Mit der Syracuse University aus dem US-Bundesstaat New York gewann der 2,03-Meter-Mann in seinem einzigen College-Jahr 2003 den NCAA-Titel und wurde als „herausragendster Spieler“ (MOP) des Finalturniers ausgezeichnet, ehe er als Nummer drei der NBA-Drafts von den Nuggets ausgewählt wurde.

Denver führte der in Baltimore als Sohn eines Puerto Ricaners aufgewachsene Anthony seitdem immer in die Play-offs, in New York wird mehr von ihm erwartet. An der Seite von Amar’e Stoudemire - am Sonntag beim Allstar-Game in Los Angeles noch als „Melos“ Gegner auf dem Parkett - soll Anthony den ersten Titel seit 1973 für die Knicks holen.

Für Anthony beginnt in der Heimat ein neues Kapitel seiner Karriere, in New York muss sich der Star nicht nur an andere Teamkollegen gewöhnen. Auch seine lieb gewonnene Nummer kann Anthony nicht mehr tragen. Die Knicks vergeben die 15 aus Verehrung für Earl Monroe und Dick McGuire nicht mehr.

( sid/jr )