Basketball

Nowitzki denkt über Rückkehr nach Deutschland nach

Weil in der NBA ein Streik droht, will der deutsche Superstar die spiellose Zeit überbrücken. Zwei Klubs aus der deutschen Liga haben schon Interesse.

Foto: dpa / dpa/DPA

Dirk Nowitzki hat für den Fall eines Spielerstreiks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA eine Rückkehr nach Deutschland nicht ausgeschlossen. „Bevor ich ein Jahr lang herumsitze, spiele ich lieber woanders“, sagte der Star der Dallas Mavericks dem Sportsender ESPN: „Derzeit ist das aber alles noch Spekulation.“ Nach Angaben der "Bild" haben die beiden Erstligisten Alba Berlin und Brose Baskets Bamberg sowie Zweitliga-Tabellenführer Bayern München Interesse an dem gebürtigen Würzburger.

Die Basketballer des FC Bayern München machen sich leise Hoffnungen auf eine Verpflichtung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der NBA überhaupt nicht gespielt wird“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Mittwoch, ergänzte aber: „Wenn es aber doch so kommt, gibt es keinen Grund, nicht darüber zu reden.“ Bayern-Vizepräsident Bernd Rauch verwies jedoch auf Schwierigkeiten bei der Verpflichtung und Versicherung eines Spielers, der in der NBA unter Vertrag steht. Die von Bundestrainer Dirk Bauermann trainierten Münchner führen die Tabelle der 2. Bundesliga an und stehen somit vor dem Sprung in die BBL.

Der NBA droht in der kommenden Saison ein Streik, da die Liga die Spielergehälter drastisch kürzen will. Einen sogenannten Lockout hat es in der NBA bereits in der Saison 1998/99 gegeben. Damals startete die Spielzeit erst im Februar 1999 und umfasste nur noch 50 anstelle der üblichen 82 Begegnungen pro Team.

Vor dem Hintergrund dieses Streiks werden sich die Klubbesitzer und Vertreter der Spielergewerkschaft im kommenden Monat am Allstar-Wochenende (18. bis 20. Februar) zu einem Krisengipfel treffen. In Los Angeles werden die Gepräche über einen neuen Tarifvertrag fortgesetzt, die aktuelle Vereinbarung läuft am 30. Juni aus.

Streitpunkt ist die geplante Kürzung der Spielergehälter, die zur kommenden Saison wegen der gravierenden finanziellen Probleme in der Liga vorgenommen werden soll. Die NBA hat in der vergangenen Saison Verluste in Höhe von 370 Millionen Dollar (280 Millionen Euro) geschrieben, für die laufende Spielzeit wird ein weiteres Minus von 350 Millionen Dollar (260 Millionen Euro) erwartet. Zuletzt hatte NBA-Boss David Stern die Profis wiederholt aufgefordert, Einbußen in Kauf zu nehmen. Sollten sich die Parteien nicht einigen, droht der NBA ein Spielerstreik.

Härter hatte es die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL getroffen. Die Spielzeit 2004/05 fiel dem Streik zum Opfer, die Saison 1994/95 fand stark gekürzt statt. In beiden Fällen hatten etliche NHL-Spieler ihr Geld in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verdient.