Trotz Niederlage

Klopp gibt BVB-Jungstars den Befehl zum Feiern

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Niederlage hin, Vorrundenrekord her: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp denkt nicht daran, sich das Weihnachtsfest verderben zu lassen.

Eine Horrorminute drohte „Herbstmeister“ Borussia Dortmund die vorweihnachtliche Stimmung zu verderben, doch der Trainer gab sofort den Befehl zum Feiern. „Ich wäre doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich nicht erkennen würde, dass wir eine ordentliche Hinrunde gespielt haben. Ich nehme mir ab Sonntag das Recht heraus, zurückzublicken. Und dann habe ich allen Grund, stolz zu sein“, sagte Jürgen Klopp nach dem 0:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt. Dennoch: Nach dem Aus in der Europa League kommt dem BVB die Winterpause gerade recht.

Zum Abschluss einer traumhaften Hinrunde kassierte der Klub die erste Auswärtsniederlage seit 224 Tagen, der Halbzeitrekord bleibt im Besitz von Bayern München, das 2005/06 einen Punkt mehr auf dem Konto hatte (44:43). Die Spieler traf der Rückschlag stärker als den Trainer: „Wir wollten nicht mit einer Niederlage überwintern und sind schon sehr enttäuscht“, sagte Nationalspieler Marcel Schmelzer.

Zumindest 87 Minuten durften die Dortmunder davon träumen, der beste Herbstmeister der Bundesliga-Geschichte zu werden. Ein Unentschieden hätte ausgereicht. „Dieser Rekord war uns total egal“, sagte Antreiber Nuri Sahin trotzig.

Klopp steckte die erste Auswärtspleite seit dem 8. Mai 2010 (1:3 beim SC Freiburg) lockerer weg. Einzig die Art und Weise wurmte den Trainer ein wenig. Denn der 43-Jährige hatte bei einem Konter in der 86. Minute den Torjubel auf den Lippen. Doch Dortmunds Stürmer Lucas Barrios traf nur die Latte.

Im direkten Gegenzug erzielte Eintracht-Torjäger Theofanis Gekas sein 14. Saisontor (87.). „Das Spiel hat sich zugespitzt auf diese eine Minute. Hut ab vor Gekas, wie er diesen Ball mit links reingegiebelt hat“, sagte Klopp, der in Anspielung auf die Euphorie um die BVB-Himmelsstürmer süffisant anmerkte: „Wir waren die letzten, die noch wussten, dass wir auch Spiele verlieren können.“

Nicht nur Torhüter Roman Weidenfeller sehnte nach insgesamt 27 Pflichtspielen in vier Monaten und dem Aus in der Europa League die kurze Winterpause herbei. „Man hat bei uns die Müdigkeit im Kopf gespürt“, sagte der Kapitän und gewann der zweiten Niederlage der Bundesliga-Runde sogar Positives ab: „Jetzt wissen alle genau, dass es nur über Kampf und Leistung geht.“

Am 3. Januar starten die Borussen ins Trainingslager im spanischen Jerez. Das M-Wort bleibt trotz des großen Vorsprungs auf die Verfolger tabu, doch Klopp warnte die Konkurrenz schon einmal vor. „Wir wollen ab Mitte Januar wieder guten Fußball spielen. Das ist der Plan“, sagte „Kloppo“: „Und ich glaube, dass uns dies gelingt.“

Sein Kollege Michael Skibbe genoss den Sieg über den Spitzenreiter und seinen Ex-Klub. Mit Blick auf das Saisonziel von 50 Punkten ist die Eintracht (26 Zähler) nach der Vorrunde im Soll und hat die internationalen Plätze im Visier. „Das wird das schaffen, habe ich nach dem fünften Spieltag nicht erwartet“, sagte Skibbe. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Eintracht drei Punkte.

Versüßen wollen sich die Hessen das Weihnachtsfest mit dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Am Mittwoch steht das Achtelfinale bei Alemannia Aachen an.

( sid/fb )