2. Fusball-Bundesliga

Tabellenführer Hertha BSC patzt in Ingolstadt

Der Tabellenführer kam in Ingolstadt nicht über ein Remis hinaus. Dem vor der Insolvenz stehenden Klub 1860 München gelang ein Kantersieg.

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Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC musste sich am Freitagabend zum Auftakt des 27. Spieltages mit einem 1:1 (0:0) beim abstiegsbedrohten FC Ingolstadt begnügen. Pierre-Michel Lasogga (70.) brachte die Hertha scheinbar auf die Siegerstraße, doch Marvin Matip (86.) sicherte dem Aufsteiger mit einem Kopfball-Tor kurz vor dem Ende (86.) einen wichtigen Punkt.

Die Hertha wird nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage weiter an der Spitze bleiben und vergrößerte mit nunmehr 56 Punkten den Vorsprung auf den Relegationsrang vorerst auf sieben Zähler. Aufsteiger Ingolstadt, der zuvor drei Siege in Folge feierte, bleibt mit 27 Zählern über dem Strich. „Das war keine gute Leistung von uns. Vielleicht war sich der ein oder andere Spieler zu sicher“, sagteTrainer Markus Babbel und fügte hinzu: „Die Laufbereitschaft war nicht da. Zudem hatten wir ein unheimlich schlampiges Passspiel.“

Vor 10.820 Zuschauern verhinderte Hüne Maikel Aerts vor der Pause einen Rückstand der Hertha. Der 1,96 m große Torhüter parierte einen Foulelfmeter von Stefan Leitl (43.). Insgesamt war das Niveau des Spiels aber überschaubar. Der erste Durchgang war dabei noch abwechslungsreich, Marvin Matip und Edson Buddle hatten gute Möglichkeiten für die Gastgeber, Ramos und Ronny für die Hertha. In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie ein wenig, Lasogga erzielte sein 9. Saisontor nach einem Fehler von Ingolstadts Malte Metzelder per Abstauber.

Beim Ligarivalen 1860 München hat das drohende Aus sportlich noch keine Spuren hinterlassen. Die Mannschaft des finanziell schwer angeschlagenen Klubs holte beim 5:1 (3:0)-Torefestival am Freitag gegen den Karlsruher SC nach zuvor sechs sieglosen Heimspielen erstmals wieder drei Punkte in der Allianz Arena. Kevin Volland (8./68. Minute), Kai Bülow (21.), Daniel Halfar (35.) und Benjamin Lauth (77.) stellten vor 16 700 Zuschauern den höchsten Saisonsieg der „Löwen“ sicher. Der enttäuschende KSC traf durch Alexander Iaschwili (79.) und kassierte nach zwei Partien ohne Niederlage wieder einen Dämpfer im Abstiegskampf. „Diese Klatsche ist unerklärlich und einfach nur frustrierend“, sagte KSC-Mittelfeldspieler Timo Staffeldt.

Unbeeindruckt von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten besiegten die sehr konzentrierten Sechziger mit dem bisher besten Auftritt in diesem Jahr den Heimfluch. Nach der Führung von Volland gelang Bülow nach Eckstoß von Halfar das 2:0. Der starke Halfar selbst brachte per Freistoß die Münchner zur Pause hochverdient in Führung. Mit dem eingewechselten Macauley Crisantus bekam der zuvor harmlose KSC kurzzeitig viel Schwung in der Offensive. Bei der besten Karlsruher Chance scheiterte Stefan Müller per Kopfball an 1860-Schlussmann Gabor Kiraly. Volland mit seinem zweiten Treffer sowie Benjamin Lauth machten das Münchner Schützenfest perfekt.

Auch der DFB-Pokalfinalist MSV Duisburg hat dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit seine Negativserie in der 2. Bundesliga beendet. Gegen Fortuna Düsseldorf kam die Elf von Milan Sasic mit einem 1:0 (0:0) zum ersten Erfolg nach fünf sieglosen Spielen und hat den Rückstand auf den Tabellendritten Bochum zumindest bis Montag auf sechs Punkte verkürzt. Den entscheidenden Treffer erzielte Torjäger Stefan Maierhofer in der 68. Minute. Düsseldorf verpasste dagegen trotz einer starken ersten Halbzeit auch im sechsten Auswärtsspiel in Folge einen Dreier.

In der ersten Halbzeit spielte sich die Partie vor 21.777 Zuschauern fast ausschließlich in der Duisburger Hälfte ab. Die Düsseldorfer zeigten einen ihrer besten Auswärtsauftritte der Saison. Schon nach zwei Minuten prüfte Sascha Dum MSV-Keeper David Yelldell mit einem Distanzschuss.

Gegen die zunächst indisponierten Duisburger, die im gesamten ersten Abschnitt ohne Torschuss blieben, vergaben Oliver Fink und Sascha Rösler nach 23 Minuten die größten Chancen. Fink, nach einer Gelbsperre zurück im Fortuna-Team, scheiterte mit einem knallharten Volleyschuss am Pfosten, Rösler schoss Sekunden später aus spitzem Winkel knapp am Duisburger Tor vorbei. „Wir haben erst in der zweiten Halbzeit die Leidenschaft gezeigt, die uns in der Hinrunde ausgezeichnet hat“, sagte Duisburgs Trainer Milan Sasic. Sein Düsseldorfer Kollege Norbert Meier war besonders wegen der vielen vergebenen Chancen in Halbzeit eins enttäuscht.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte wurden die Duisburger besser. Die ersten Tormöglichkeiten vergab Olcay Sahan. In der 53. Minute scheiterte der 23-Jährige an Fortuna-Keeper Michael Ratajczak, neun Minuten später verfehlte ein Distanzschuss nur knapp das Düsseldorfer Gehäuse.

Besser machte es dann Maierhofer in der 68. Minute. Der Österreicher, bis dahin ohne nennenswerte Aktion, beendete in seinem 50. Zweitligaspiel seine sieben Spiele andauernde Torflaute und machte sein achtes Saisontor. Bei seinem Schuss aus 25 Metern sah Ratajczak im Düsseldorfer Tor jedoch nicht gut aus. In der Schlussphase vergaben Sahan und Maierhofer auf Seiten der Duisburger einen höheren Sieg.