BVB ist Meister

Leverkusen schenkt Dortmund den Titel

Ausgerechnet: Bayer Leverkusen hat beim Rhein-Rivalen 1. FC Köln die deutsche Fußball-Meisterschaft verspielt. Die Mannschaft von Jupp Heynckes verlor 0:2 (0:0) - und verhalf Borussia Dortmund damit zum vorzeitigen Titelgewinn.

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Borussia Dortmund ist zum siebten Mal deutscher Fußball-Meister. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp sicherte sich am drittletzten Bundesliga-Spieltag vorzeitig den Titel. Nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg und der 0:2 (0:0)-Pleite von Verfolger Bayer Leverkusen beim 1. FC Köln können die Westfalen (72 Punkte) mit acht Zählern Vorsprung auf Bayer (64) an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr eingeholt werden. Bislang holte der BVB 1956, 1957, 1963, 1995, 1996 und 2002 den Titel.

Trotz Pleite hat Bayer dennoch die Champions-League-Teilnahme so gut wie sicher. Köln wiederum gelang im ersten Spiel unter seinem Interimstrainer Volker Finke ein Big Point im Abstiegskampf. Mit seinen Saisontreffern 15 und 16 (67. und 83.) machte Torjäger Milivoje Novakovic den ersten Heimsieg der Kölner gegen die Werkself seit 14 Jahren perfekt. Im ersten Spiel nach dem Rücktritt von Frank Schaefer zeigten die Gastgeber nach zuvor drei Niederlagen in Folge aufsteigende Tendenz. Finke saß erstmals seit dem 20. Mai 2007 in Deutschland wieder auf einer Trainerbank.

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion begannen beide Teams angesichts der Bedeutung des Spiels äußerst verkrampft und nervös. Leverkusen, das sich letztmals 2005 für die Königsklasse qualifizieren konnte, wirkte zwar abgeklärter, die Gastgeber machten fehlende spielerische Klasse aber mit großem Kampfgeist wett und hatten in der 13. Minute auch die erste gute Möglichkeit. Nach einer Hereingabe von Lukas Podolski verpasste Torjäger Milivoje Novakovic nur knapp.

Die Gäste waren in der Folgezeit zwar um Spielkontrolle bemüht, verzettelten sich zunächst aber immer wieder bei ihren Angriffsbemühungen. Bayer-Star Michael Ballack musste sich bei jeder Ballberührung Pfiffe der Kölner Fans anhören. Die FC-Anhänger reagierten damit auf Ballacks unsportliches Verhalten vom 20. März, als der DFB-Kapitän nach dem 2:0 von Leverkusen gegen Schalke „Scheiß FC Köln“ ins Megafon gebrüllt hatte. Mit einem tollen Pass auf Gonzalo Castro leitete Ballack aber in der 24. Minute die erste gute Möglichkeit für die Leverkusener ein.

Die Kölner, bei denen im Gegensatz zur 1:4-Pleite in Wolfsburg am vergangenen Sonntag der Portugiese Petit, der zuletzt gesperrte Podolski, Kevin Pezzoni und Adil Chihi wieder in der Startelf standen, waren im ersten Durchgang bedeutend aktiver, ohne ihrerseits allerdings klare Torchancen gegen das beste Rückrundenteam zu erarbeiten.

Nach der Pause waren die Gäste dominanter und hätten in der 51. Minute in Führung gehen müssen, doch Stefan Kießling scheiterte am Pfosten. Wenig später verpasste erneut Novakovic die mögliche FC-Führung, Ballack hatte seinerseits in der 63. Minute noch eine gute Gelegenheit. Die Führung für den FC fiel dann aus heiterem Himmel. Nach Vorarbeit von Miso Brecko ließ Novakovic Nationaltorwart Rene Adler keine Chance.

Beste Kölner waren Podolski und Youssef Mohamad die Besten, Renato Augusto und Sami Hyypiä ragten bei Leverkusen und heraus.