Volleyball

Wie der SCC die Final-Überraschung schaffen kann

Die Statistik spricht gegen den SC Charlottenburg: Nur 21 von 72 Duellen gewannen die Berliner gegen den VfB Friedrichshafen. Doch der erste Meistertitel seit 2004 ist möglich. Denn die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft unterliegt besonderen Gesetzen.

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Es darf noch ein bisschen mehr sein. Die beiden unerwartet klaren Siege im Halbfinale gegen Generali Haching haben den Volleyballern des SCC erst richtig Appetit gemacht. „Man spielt, um zu gewinnen“, sagt Coach Mark Lebedew vor dem ersten Spiel der Finalserie am heutigen Samstag beim VfB Friedrichshafen. „Wir haben in dieser Saison als Mannschaft schon einiges erreicht, und das wollen wir jetzt erfolgreich zu Ende bringen.“

Was ja im Klartext heißt, dass nun auch der Serienmeister der vergangenen sechs Jahre in der „Best of five“-Serie auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 2004 aus dem Weg geräumt werden soll. Eine anspruchsvolle Aufgabe – die Berliner konnten von den bislang 73 Duellen mit dem Team vom Bodensee nur 21 für sich entscheiden. Im Finale standen sich beide Teams viermal, gegenüber. 2000, 2002, 2008, siegte Friedrichshafen, 2004 der SCC. Trotzdem hatten die Berliner gute Gründe, mit breiter Brust in den Süden zu reisen. Im letzten Aufeinandertreffen spielten sie sich in der Max-Schmeling-Halle nahezu in einen Rausch und schickten Friedrichshafen mit 3:1 nach Hause. Das hat Eindruck hinterlassen, auch beim Meistertrainer des VfB, Stelian Moculescu: „Der SCC Berlin hat sich gut entwickelt, die Spieler sind hungrig.“

Friedrichshafens Star kommt aus Berlin

Ob es zum Machtwechsel kommt, dürfte ausgerechnet ein waschechter Berliner mit entscheiden, der seit 2009 für Friedrichshafen spielt: Marcus Böhme. Der 2,11 Meter große Mittelblocker wurde im Halbfinale des VfB gegen Düren zum wertvollsten Spieler gewählt. Er freut sich auf „das perfekte Finale“ und hat mit Friedrichshafen klar definierte Pläne: „Den Titel holen.“

Beim letzten Gastspiel Böhmes, das sein ehemaliger Klub so grandios gewann, stellte der SCC in der Schmeling-Halle mit 8045 Zuschauern einen Liga-Rekord auf. Der könnte am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) im zweiten Spiel der Finalserie an gleicher Stelle kippen. Das hofft zumindest Manager Kaweh Niroomand. Voraussetzung dafür ist sicherlich ein zumindest enges Spiel am Samstag zum Auftakt in Friedrichshafen. Coach Lebedew ist für den Angriff auf den Favoriten bereit: „Wir haben uns seit August in einer langen Reise immer weiterentwickelt. Jetzt wollen wir auch alles.“