Werder Bremen

Klaus Allofs hat seinen Nachfolger schon im Blick

| Lesedauer: 3 Minuten
Kai-Niels Bogena

Seit 23 Pflichtspielen hat Werder Bremen nicht mehr verloren. Mit Schalke 04 empfangen die Norddeutschen am Samstag einen Gegner, der in der Lage sein könnte, die Serie zu brechen. Vor dem Spitzenspiel sprach Werder-Manager Klaus Allofs mit Morgenpost Online über die Ambitionen seines Klubs und seine Nachfolge.

Morgenpost Online: Herr Allofs, am Samstag tritt Werder als Tabellenzweiter gegen den Dritten Schalke 04 an. Wie richtungsweisend ist die Partie?

Klaus Allofs: Ich mache aus solchen Spitzenspielen nicht gerne etwas Besonderes, denn wir haben nur richtungsweisende Spiele. Und eigentlich spielen wir fast jedes Wochenende gegen einen direkten Konkurrenten aus der Spitze, weil die Tabelle so dicht zusammen ist. Aber natürlich schlagen die Punkte aus den Duellen gegen Schalke oder gegen den Hamburger SV, gegen den wir ja eine Woche später antreten, schon besonders zu Buche.

Morgenpost Online: Vor allem Schalke scheint ein Angstgegner zu sein. In den vergangenen fünf Jahren konnte Werder nur zwei dieser Duelle gewinnen.

Allofs: Solche Statistiken sind sowohl für mich, als auch für Trainer Thomas Schaaf völlig uninteressant. Die Mannschaften ändern sich doch jährlich und auch die Phasen, in denen sich die Teams jeweils gegenüber stehen, sind unterschiedlich. Wir haben deshalb keinen Angstgegner.

Morgenpost Online: Dennoch eine weitere Statistik: Von den letzten fünf Liga-Spielen haben Sie nur eines gewonnen. Ist das zu wenig?

Allofs: In den Spielen gegen Köln am vergangenen Sonntag, aber auch in Nürnberg vor einigen Wochen haben wir unsere Überlegenheit nicht in genügend Tore umgesetzt. Und gegen solche Mannschaften sollte man besser gewinnen, wenn man am Saisonende ganz oben landen will. Wir sind trotzdem auf einem guten Weg und zusammen mit einigen anderen Vereinen ein Kandidat für die Meisterschaft. Unsere Mannschaft hat großen Ehrgeiz, in der Tabelle ganz oben zu bleiben.

Morgenpost Online: Wie wichtig wird dabei sein, dass die zuletzt angeschlagenen Spieler wie Claudio Pizarro, Mesut Özil und Torwart Tim Wiese wieder auflaufen?

Allofs: Alle drei Spieler sind wichtig für unseren Kader, weil sie die Qualität steigern. Pizarro zum Beispiel ist ein Stürmer, der seine Gefährlichkeit regelmäßig gezeigt hat und so dem Gegner Respekt einflößt. Am Besten wäre es natürlich, wenn alle schon am Samstag gegen Schalke zur Verfügung stehen, aber das ist noch nicht genau abzusehen.

Morgenpost Online: Wollen Sie dennoch in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv werden? Sie scheinen Bedarf im Sturm zu haben.

Allofs: Das sehe ich nicht so. Wir haben mit unseren fünf Angreifern Pizarro, Almeida, Marin, Rosenberg und Moreno genügend gute Möglichkeiten, um immer wieder variabel zu agieren. Deshalb ist für mich dort ein neuer Transfer nicht zwingend und für den übrigen Kader auch nicht. Claudio Pizarro war über Wochen verletzt, auch Hugo Almeida fiel lange aus, aber wir haben es immer wieder geschafft, eine erfolgreiche Formation zu finden. Daran sieht man, dass wir genug eigene Möglichkeiten haben, ohne neue Spieler zu kaufen.

Morgenpost Online: Einen neuen Angestellten bekommen Sie dennoch. Ab Januar wird Ihr ehemaliger Kapitän Frank Baumann Ihnen als Assistenz zuarbeiten. Wie genau werden Sie ihn beschäftigen?

Allofs: Er wird Einblicke in meine Tätigkeiten haben und mich natürlich auch direkt unterstützen. Wobei sich seine Aufgaben im Laufe der Zeit sicher noch zusätzlich entwickeln werden.

Morgenpost Online: Und dann wird Baumann irgendwann Ihr Nachfolger?

Allofs: Was irgendwann einmal sein wird, kann man jetzt noch nicht einschätzen. Aber natürlich ist es immer eine gute Möglichkeit, wenn man eine Position aus den eigenen Reihen heraus besetzen könnte.